BearingPoint – mehr als nur Beratung

Die Management- und Technologieberatung BearingPoint bietet Informatikern sehr attraktive Karrieren an – ohne klassisches Up or Out-Prinzip. Alexander Beck, Partner bei BearingPoint, verrät hitech-campus.de, warum Mitarbeiterinnovationen so wichtig  sind und wie Kollegen durch den hausinternen ,shark tank’ zu Unternehmensgründern werden können.

Herr Beck, wie viele Mitarbeiter hat BearingPoint und wie hoch ist Ihr Personalbedarf momentan?
Weltweit arbeiten 4.000 Menschen bei BearingPoint, deutschlandweit sind es 1.500 Mitarbeiter. Momentan planen wir etwa 300 Einstellungen, davon rund einhundert Informatiker und Wirtschaftsinformatiker. Im Informatikbereich stellen wir am liebsten Hochschulabsolventen ein – für 2017 soll der Großteil aus dieser Zielgruppe kommen. Wir suchen aber auch Absolventen aus den Bereichen Volks- und Wirtschaftswissenschaften, Physik und Mathematik.

Unsere Stammleserschaft, die Informatiker, interessiert vor allem, mit welchen Aufgabenstellungen BearingPoint sich in­haltlich beschäftigt.
Wir sehen uns selber als Management- und Technologieberatung mit drei strategisch verbundenen Ge­schäfts­einheiten: Consulting, Solutions und Ventures. Der Bereich Consulting ist der größte Bereich, also unser Kerngeschäft. Das zweite Standbein ist der Be­reich Solutions, in dem wir alle Aktivitäten im Bereich der eigenen Softwareentwicklung bündeln. Das dritte Standbein, Ventures, könnte man auch etwas freier übersetzt als den Bereich ‚Innovation‘ bezeichnen.

Wie werden in Ihrem Haus Innovationen gefördert?
Wir räumen jedem Mitarbeiter die Möglichkeit zur Entfaltung innovativer Ideen ein. Daher organisieren wir für sie sogenannte ,shark tanks‘ – in Deutschland kennt man diese Formate als ,Höhle der Löwen‘. Dort stellen Mitarbeiter ihre Business­ideen den Kollegen vor. Das organisieren wir zusammen mit der Firma ,Hubraum‘, einem sehr erfolgreichen Inkubator der Deutschen Telekom. Eines unserer Beraterteams hat vor kurzem eine Innovation entwickelt, die wir als Company gefördert und letztlich auch als Venture am Markt platziert haben.

Ist das dann wirklich ein Unternehmen geworden?
Ja und wir haben es dann auch entsprechend des Plans verkauft. Unsere Mitarbeiter sind in das Start-up eingestiegen und agieren jetzt erfolgreich in dem neu geschaffenen Unternehmen.

Das hört man auch eher selten von Beratungsgesellschaften.
Sie sollten sich eben häufiger mit uns unterhalten! Im Ernst: Ich denke, dass BearingPoint in Ihrer Zielgruppe noch zu wenig als attraktiver Arbeitgeber wahrgenommen wird. Dabei sind wir bei sehr vielen Themen Vorreiter und können auch einiges bewegen, was einen direkten, positiven Einfluss auf die Gesellschaft beziehungsweise Volkswirtschaft hat. In bestimmten Bereichen wie etwa der Bankenregulierung sind wir anderen Beratungen zwei bis drei Jahre voraus.

,Easy to work with’ – das gilt sowohl für Kunden als auch Kollegen

Wir sind gespannt …
Bankenregulierung klingt erst einmal nicht so spannend, ist es aber. Ich nenne Ihnen ein Beispiel: Ihre Leser werden sich sicherlich an die letzte Bankenkrise erinnern, deren Auswirkungen wir heute noch spüren. Ursächlich kam es zu der ganzen Krise unter anderem deshalb, weil die Banken über ihre eigenen Risiken nicht gut informiert waren. Letztlich war das ein Problem mangelnder Transparenz über das Geschäftsportfolio einer Bank und die darin enthaltenen Risikopositionen.

­Ge­nau solche Problemstellungen lösen unsere Data Warehouse-Spezialisten – und zwar bereichsübergreifend für eine ganze Bank. Das fängt beim Top Management an und wirkt sich auf eine einzelne Abteilung aus. Die Spezialisten sorgen einerseits dafür, dass die Banken sich selber durch mehr Transparenz auf allen Ebenen und Bereichen besser steuern können. Andererseits ermöglichen sie den Banken, an externe Behörden, wie etwa die Bankenaufsicht, wesentlich präziser und zeitnaher Bericht erstatten. Wir schaffen hier Lösungen, die letztlich auch für ganze Volkswirtschaften von elementarer Wichtigkeit sind. Das ist hochkomplex, sinnstiftend und spannend. Man schafft es aber auch nur mit wirklich guten Teams.

Was passiert eigentlich in dem zweiten Bereich ,Solutions‘, den Sie eingangs erwähnt haben?
Das Beispiel, das ich Ihnen gerade genannt habe, eignet sich ganz gut dafür, um zu zeigen, wie unsere Bereiche untereinander vernetzt sind. Der Kernbereich Consulting berät in diesem Beispiel eine Bank zu ihrem Meldewesen und Risikomanagement. Im Verlauf des Projektes stellen unsere Berater fest, dass für eine nachhaltige Lösung eine Software benötigt wird. Jetzt kommt der Bereich Solutions zum Zuge, der daraufhin die sehr leistungsstarke Software ,Abacus‘ entwickelt hat. Hier wird es für Informatiker dann auch wirklich an­spruchsvoll, denn die Software ist vielschichtig.

Es kann aber wie bei anderen Beratungsprojekten auch um Themen wie Big Data und Analytics gehen. Wir nutzen unsere Softwarelösung ,Hypercube‘, mit der man sehr gut Datenanalysen vornehmen kann. Diese wird beispielsweise zur Betrugserkennung in Datenbeständen verwendet. Es geht dort letztlich darum, durch statistische Modelle gewisse Muster darin zu entdecken, die auf Betrugsversuche hinweisen.

Und dazu benötigen Sie welche Mitarbeiter?
Wir brauchen Big Data-Analysten, also Kollegen, die mit Daten und Datenmengen umgehen können. Mitarbeiter, die wissen, wie man diese strukturiert und analysiert. Genauso haben wir auch tolle Stellen für IT Architekten oder Absolventen mit einer Affinität für dieses Thema. Sie helfen unseren Kunden, beispielsweise die Digitalisierung ihres Unternehmens in die Praxis umzusetzen oder sind im Bereich Prozessautomatisierung mit Hilfe von Robotics-Lösungen aktiv.

Gibt es bei BearingPoint eigentlich das klassische ,Up or Out-Prinzip‘, welches einige Beratungsgesellschaften praktizieren?
Nein, das wird bei uns nicht gelebt. Entweder man wird nach oben befördert oder man muss das Unternehmen verlassen – hier bieten wir andere Möglichkeiten. Wir haben exzellente Mitarbeiter, die Karriere nicht nur durch Führung definieren. Für uns ist dies in Ordnung. Das gilt übrigens auch für unsere IT-Experten, die bei uns zu Fachexperten werden können. Bei uns kann dies jeder selber bestimmen, schließlich wollen wir diese Mitarbeiter mit ihrem wertvollen Wissen nicht verlieren. Das spiegelt sich auch in unserer Karrierekultur ,Design your own Career’ wider.

BearingPoint EMEA ist seit 2009 durch einen Management-Buy-out im Besitz von rund 150 Partnern, die das Führungsteam bilden. Hat sich dadurch die Unternehmenskultur verändert?
Auf jeden Fall und zwar in deutlich positivem Sinn. Wir haben eine viel größere Agilität in der Ausrichtung unseres Geschäftes. Vor dem Management-Buy-Out waren die jetzigen Partner Angestellte auf der Ebene von Management Direc­­-tors. Das ist heute anders. Die Partner sind wirklich Unternehmer und haben damit viel größere Gestaltungsmöglichkeiten.

Wie war das bei Ihnen persönlich, als Sie in den Kreis der Partner berufen wurden?
Man spürt noch einmal eine ganz andere Verantwortung. Als Unternehmer wird einem sehr deutlich, wie viel Verantwortung man für die Kollegen und deren Familien hat. Ich überlege mir bei jeder Einstellung sehr genau, ob ein Bewerber bei uns ins Team passt, denn man arbeitet in der Regel mehrere Jahre zusammen. Da muss die Chemie unter allen Teammitgliedern auch wirklich stimmen.

Was macht Ihnen denn an Ihrer Arbeit am meisten Spaß?
Ganz klar das Team! Ich hatte über all die Jahre, die ich nun schon bei BearingPoint bin, immer ein klasse Team. Viele der Kollegen sind wahre Freunde geworden.

Und dann ist da auch die permanente berufliche Herausforderung, die einem geboten wird. Es wird einfach nicht langweilig. Wir sind in so vielen Bereichen un­terwegs, da ist für fast jeden etwas dabei.


Bearing Point, Berufseinstieg, junior consultant Bearing Point, karrieretipps Bearing Point, Alexander Beck, HI:TECH CAMPUSAlexander Beck, 41, hat Betriebswirtschaftslehre in Ingolstadt-Eichstätt und in Lille studiert. Heute arbeitet er als Partner bei der Management- und Technologieberatung BearingPoint in Frankfurt und ist für IT Consulting im Bankensektor zuständig. 

Mehr unter bearingpoint.com.

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