„Das Projekt ist sehr komplex und extrem spannend!“

Wie viel Faszination steht hinter einem „Standardmeldewesenprodukt“ für Banken? Welche Aufgaben übernehmen Informatiker bei BearingPoint? Francesca Herpertz arbeitet seit zweieinhalb Jahren bei der BearingPoint Software Solutions (BESS) und berichtet auf hitech-campus.de über ihre Arbeit als stellvertretender Backend Team Lead beim Projekt Abacus.

Ich arbeite als Software-Engineer und bin stellvertretender Backend Team Lead in einem internen Entwicklungsprojekt der BearingPoint Software Solutions. Dieses Projekt läuft seit zwei Jahren und umfasst die Neuentwicklung und Migration des Standardmeldewesenproduktes Abacus. Abacus wird derzeit bei über 200 Banken in Deutschland und im Ausland eingesetzt. Eine Meldung ist im Endeffekt eine Art Excel Formular, das mit Bankdaten (Kredite, Partner und weitere) gefüllt und verrechnet werden muss. Davon gibt es jedoch hunderte verschiedene, die zu unterschiedlichen Zeiten automatisiert erzeugt und validiert werden müssen.

Wir schreiben im Moment eine neue, schnellere Engine, um den Anforderungen der EZB, Bundesbank und BaFin ge­recht zu werden. Da immer mehr Meldun­gen immer schneller hintereinander ab­ge­geben werden müssen, muss unsere Engine performant korrekte Ergebnisse liefern. Unser Team für diese Aufgabe besteht aus zirka 50 Personen aus verschiedenen Fachbereichen. Wir sind zwölf Backend- und Frontend-Softwareentwickler. Ergänzt werden die Entwicklerteams mit einigen Mathematikern, Physikern und Quereinsteigern. Für alle Neueinsteiger ist es so, dass die Lernkurve an­fangs hoch ist, man Geduld ha­ben und be­reit sein muss, viel Neues zu lernen. Es ist auch für mich als ,alter Hase’ im Team immer wieder notwendig, mich in neue The­­men einzuarbeiten und Zeit zu investieren, um neue Technologien zu verstehen.

Ins Bankenwesen bin ich eigentlich per Zufall durch ein Pflichtpraktikum gekommen. Bei meiner ersten Firma habe ich nach dem Praktikum direkt eine Festanstellung als Technical Consultant bekommen und war in verschiedenen Ländern unterwegs, um Lösungen für Versicherungen und Banken zu entwickeln. So bin ich auch mit BearingPoint in Kontakt gekommen, da das Unternehmen ein Produkt für das Versicherungsmeldewesen entwickelt hat. Nach zwei Jahren Consulting wollte ich nicht mehr so viel reisen und habe mich nach einem Job in der Softwareentwicklung umgesehen. In meiner jetzigen Position muss ich ab und an zu Kunden­terminen, aber das ist eine willkommene Abwechslung zu meiner normalen Arbeit. Denn es ist immer wieder nötig, dass ein Entwickler technische Expertise bei einem entsprechenden Workshop oder Salestermin beisteuert.

Das ist auch das Tolle an meinem Job: Jeder Tag ist anders und es gibt viele Aufgaben, an denen man als Informatiker arbeiten kann. Die Komplexität der ge­samten Engine ist sehr hoch und wir versuchen möglichst neue und moderne Technologien einzusetzen, damit auch Abacus­­­ möglichst lange eingesetzt wird. Deswegen gibt es sehr viele Baustellen, das Produkt muss viel können und somit müssen wir viele verschiedene Arbeiten an ganz unterschiedlichen Stellen erledigen. Ich habe zum Beispiel Teile eines verteilten Gruppierungsalgorithmus ge­schrie­­ben, verschiedene Caches implementiert und an der Datenspeicherung und Serialisierung mitgearbeitet. Außerdem können wir neue Frameworks ausprobieren – es gibt also eine gewisse Flexibilität, die den eigenen Spieltrieb bedient. Man erwartet nicht, dass im Endeffekt eine Generierung von einem Haufen Excel-Formulare so viel Spannendes beinhalten kann. Wir sind deshalb stolz darauf, mit unserem Team den neuen FinTech-Award von ,finance monthly’ gewonnen zu haben.

Abseits vom technischen gefällt es mir bei der BESS sehr gut, weil das Team einfach super ist. Wir haben viele junge Kolleginnen und Kollegen, mit denen die Zu­sammenarbeit viel Spaß macht. Das Ar­beitspensum ist insbesondere vor Releases hoch, aber dafür können wir das später wieder abbauen. Die Branche hat lei­- der den Ruf weg, junge Leute schnell zu verheizen, aber bei uns im Team sieht das anders aus. Wir haben einige Mitarbeiter dabei, die schon fünfzehn Jahre oder länger bei der BESS arbeiten und auch ich fühle mich sehr gut aufgehoben. Es gibt natürlich auch die Möglichkeit, ein Sabbatical zu machen oder eine Art Austauschprogramm mit einem anderen Standort am anderen Ende der Welt. Ich überlege, nächstes Jahr drei Monate durch Südostasien zu reisen. Mal sehen, ob das Projekt auch ohne mich klar kommt!


Weitere Informationen sowie Jobs findet ihr auf der Website von BearingPoint!

Share.