Diversity – ganz selbstverständlich

Dr. Shuai Guo ist als Produktingeneurin für den Bereich Automotive bei Infineon Technologies tätig. Sie ist ein Beispiel für die dort gelebte Diversity – in jeder Hinsicht. Denn Innovationen entstehen vor allem dort, wo unterschiedliche Menschen aufeinandertreffen. Im Interview mit hitech-campus.de berichtet sie aus ihrem Arbeitsalltag.

Frau Guo, was sind Ihre Aufgaben als Produktingenieurin?
Im Geschäftsbereich Automotive kümmere ich mich um auffällige Abweichungen unserer MOSFET-Produkte, die häu­fig in der Motorsteuerung, Ventilsteue­rung oder Lastschaltern eingesetzt werden. Was heißt das konkret? Ich stelle Gerätekenndaten bereit, analysiere Messdaten und löse technische Probleme für Produktmanager, um so die Entwicklung der neuesten Technologien zu unterstützen. Damit beantworte ich die Daten­extraktions- und Analyseanfragen meiner Kollegen für die Produktentwicklung oder Fehleranalyseanfragen.

Worin bestehen die Herausforderungen der Aufgabe und wie lösen Sie diese?
Ich bin die technische Schnittstelle zwischen unterschiedlichen Bezugsgruppen: Dazu gehören die Ingenieure, das Qua­litätssicherungsteam, die Projektmanager und das Marketingteam, mit denen ich eng zusammenarbeite. Gemeinsam ent­wickeln wir innovative Lösungen, um die Kundenanforderungen zu erfüllen und die Top-Qualität unserer Produkte zu gewährleisten. Aus technischer Sicht liegt die Herausforderung darin, dass wir manchmal keine Ursache für ein abweichendes Verhalten der Chips finden können, da alle Daten der Wafer-Verarbeitung und der elektrischen Tests innerhalb der Spezi­fikationen liegen. Dann muss ich das ak­zeptieren und wir entscheiden uns dafür, diese auffälligen Chips zu vernichten, be­vor sie in die Massenproduktion gehen – denn Qualität geht über alles. Natürlich geht es uns darum, nicht nur kurz-, sondern langfristig Fehler und Verluste in der Produktion zu vermeiden. Dafür ist ein offener Wissensaustausch und offene Dis­kussion unter allen beteiligten Experten nötig. Nächste Woche führe ich zum Beispiel einen Workshop in Malaysia dazu durch. Nur so erreichen wir als Team die beste Lösung.

Was motiviert Sie bei Ihrer Arbeit und was gefällt Ihnen nicht so gut?
Neben der technologischen Dimension ist das die Arbeit in meinem Team. Ich arbeite wirklich gerne mit meinen Kollegen zusammen. Sie sind alle extrem hilfsbereit, freundlich und unterstützen mich, selbst wenn sie sich an verschiedenen Standorten wie Villach, Malakka oder Dresden befinden. Da wir ein internationales Team sind, ist es selbstverständlich, dass Englisch gesprochen wird. Die Beziehung zum Vorgesetzten ist eher locker und freundschaftlich. Was ich nicht so sehr mag: Entscheidungen werden auf mehreren Ebenen beeinflusst, das benötigt etwas mehr Zeit als beispielsweise bei kleinen Start-ups.

Wie sind Sie in diesen Fachbereich eingestiegen?
Schon als Kind habe ich davon geträumt, ein großer Erfinder wie Thomas Edison zu werden. Daher habe ich erst einen Bachelor in Material Science & Bachelor in Materials Science und Engineering an der Donghua University in Shanghai ge­macht. Im Rahmen des Erasmusprogramms habe ich dann einen Master­studiengang an der Universität in Rennes, Frankreich in Material Science abgeschlos­­sen. Danach war ich fünf Jahre an der Fakultät für Physik der Technischen Universität Mün­chen und habe mich im Rahmen meiner  Promotion mit dem Thema organische Halbleiter aus­einandergesetzt. Die wissen­schaftliche Arbeit hat mir sehr viel Spaß gemacht und ich darf sagen, dass ich mit 14 Publikationen während dieser Zeit damit auch sehr erfolgreich war.

Infineon, internationale Karriere bei Infineon, projekte Absolventen Infineon

Dr. Shuai Guo (Mitte)

Nach der Promotion stellt sich die Frage: weiter Wissenschaft – oder Industrie?09
Obwohl ich auch ein Angebot als Post-Doc Research Associate im Cavendish Lab, Cambridge University hatte, war ich einfach zu neugierig auf die industrielle Anwendung und habe daher das Angebot bei Infineon angenommen. Dort habe ich eine großartige berufliche Plattform gefunden und viele Gelegenheiten bekommen, um weiter zu lernen und in meinem Fachgebiet noch besser zu werden. Als Frau in der Technik fühle ich mich wohl und werde ernstgenommen. Diversity ist hier tatsächlich gelebte Realität!


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