Frauen die Tür zu Technologieberufen öffnen

Deutschland ist Weltmeister im MINT-Studium. Hierzulande beenden ein Drittel aller Studierenden ihre Hochschullaufbahn in den Studienfächern Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik (MINT). In keinem anderen OECD-Land ist der Anteil der Hochschulabsolventen in diesen Fächern so hoch. Traurig ist, dass der Frauenanteil in Deutschland nur bei 28 Prozent liegt und damit sogar unter dem OECD-Durchschnitt von 30 Prozent. Die starke Stellung im MINT-Bereich ist also vorwiegend auf die männlichen Studenten zurückzuführen.

Hewlett Packard Enterprise (HPE) setzt sich seit Unternehmensgründung für das Thema Diversity ein. Vielfalt ist ein Kernelement der HPE-Unternehmenskultur. In diesem Zusammenhang verfolgt das Unternehmen das Ziel, ein ausgewogenes Verhältnis von Männern und Frauen in den Führungsetagen herzustellen und fördert Frauen auf dem Weg dahin. War es zu Beginn eine Frage der Ethik, stehen nun der Bedarf im Zusammenhang mit Demografie und Fachkräftemangel und vor allem der Potenzialaspekt im Vordergrund. Die Geschlechtergerechtigkeit ist nicht bloß eine messbare Zahl. Da gerade die digitale Transformation Vielfalt benötigt, sieht HPE sich als Arbeitgeber vor der Aufgabe, einen Veränderungsprozess voranzutreiben, damit Frauenkarrieren in der IT zur Selbstverständlichkeit werden.

Dieser Prozess beginnt bereits bei der Ausbildung von Fachkräften. Nur wenn ausreichend Frauen technisch orientierte Studiengänge absolvieren, kann auch der Frauenanteil in Technologieunternehmen steigen. Um seinen Unternehmensnachwuchs auszubilden, setzt HPE auf duale Bachelor- und Master-Studiengänge. Hier sind Theorie und Praxis eng verzahnt und die Studierenden können Erfahrungen in internationalen Teams verschiedener Geschäftsbereiche sammeln. Die Studierenden haben dabei einen großen Handlungs- und Entscheidungsspielraum, sie können zum Beispiel ihre Praxiseinsätze, bei denen sie mit erfahrenen Kollegen arbeiten, individuell nach ihren Interessen und Kompetenzen ausrichten.

Um Frauen, die an MINT-Fächern interessiert sind, frühzeitig für die Studiengänge zu begeistern, kooperiert HPE mit Schulen. Darüber hinaus werden Girls‘-Day-Aktivitäten an allen HPE-Ausbildungsstandorten angeboten. Darüber hinaus gibt es zahlreiche Informationsangebote für junge IT-interessierte Frauen auf Messen. Die Studienplätze sind in Kontingente für weibliche und männliche Bewerber eingeteilt, denen die gleichen Leistungskriterien für die Auswahl zugrunde gelegt werden. Junge Frauen entscheiden sich oft nur zögerlich für technisch orientierte Studiengänge und Ausbildungen. Dies wird im Auswahlmechanismus berücksichtigt. Ohne speziell reservierte Kontingente für die jungen Frauen würden aktuell trotz gleicher Qualifikation sehr viel mehr männliche Bewerber einen Platz bekommen. Durch dieses Verfahren erreicht HPE einen konstanten Frauenanteil von 40 Prozent in den Studiengängen.

Um den Veränderungsprozess zur Förderung von Frauenkarrieren in der IT nachhaltig voranzutreiben, reicht allerdings die technische Ausbildung allein nicht aus. Strukturen, Firmenkultur und Denkweisen müssen sich ändern. Flexible Arbeitszeitmodelle für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf sind hilfreich, aber nicht ausschlaggebend. Es gilt, tradierte Entscheidungsmuster zu durchbrechen und den Frauen Mut zu machen. Hierzu zählen beispielsweise firmenübergreifende und firmeninterne Mentoring-Programme, Frauennetzwerke, die Workshop-Serie „Female Talents Explore Leadership“ sowie das „Female Sponsorship Program“.

Eva Faenger, Diversity Manager bei HPE

Letzteres wurde 2016 von HPE Deutschland ins Leben gerufen. Das Programm setzt da an, wo es knirscht – an der Schwelle von der Fach- zur Führungsverantwortung. Ausgewählten weiblichen Talenten wird ein Sponsor aus dem Top-Management zur Seite gestellt. Dieser bietet ihnen den Zugang zu wichtigen Netzwerken und Jobs und unterstützt sie bei der Umsetzung ihres Entwicklungsplans. Das Programm öffnet zum einen Türen für Frauen auf dem Weg nach oben und zeigt auf der anderen Seite den Sponsoren auf, wo nach wie vor Hürden und Vorurteile bestehen, die abgebaut werden müssen. Anders als beim Mentoring, wo der Mentor primär als Coach und Ratgeber fungiert, soll beim Sponsorship das Talent für Führungspositionen in Stellung gebracht werden. Nur so können sie bei der nächsten offenen Führungsposition berücksichtigt werden.

Der Erfolg gibt HPE Recht. HPE Deutschland hat sich im Jahr 2012 ein ehrgeiziges Ziel von 25% Frauen in Führungspositionen bis 2020 gesetzt, dem das Unternehmen Schritt für Schritt näher kommt. 20 Prozent der Führungspositionen  bei HPE in Deutschland sind mittlerweile mit Frauen besetzt – ein Plus von sechs Prozentpunkten im Vergleich zum Beginn der Initiative. In den unteren Führungspositionen sind es sogar 22 Prozent – ein Plus von acht Prozentpunkten seit dem Start des Veränderungsprozesses im Jahr 2012. Seit Mai 2017 sitzen im Aufsichtsrat von Hewlett Packard Enterprise erstmals 50 Prozent Frauen – eine Steigerung von 25 Prozentpunkten gegenüber 2015. Die Bemühungen von HPE wurden außerdem das vierte Jahr in Folge mit dem 1. Platz im Frauen-Karriere-Index unter der Schirmherrschaft des Bundesfamilienministeriums belohnt. Diversity hat bei HPE einen klaren Bezug zu den Geschäftszielen und wird daher genauso mit Kennzahlen belegt und gemessen wie andere unternehmensrelevante Ziele auch. Die gute Intention allein ist nicht ausreichend. Es geht um eine nachhaltige Umsetzung dieses Unternehmensziels – von der Weichenstellung im Studium, dem Karrierebeginn bis hin zum Weg in eine Führungslaufbahn.


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