IT-Beratung im Stahlwerk

Vier Mitglieder der Studentischen Unternehmensberatung PAUL Consultants führten eine Prozessaufnahme bei den ESF Elbe-Stahlwerken Feralpi durch und legten den Grundstein für die weitere Optimierung der IT-Infrastruktur. Hier berichten sie über die Herausforderungen dieses ganz besonderen Projekts.

Philipp Junghanns studiert im achten Semester Wirtschaftsingenieurwesen an der TU Dresden (Stand 2016). Er ist Studentischer Berater bei PAUL Consultants e. V. und das nicht erst seit gestern: Er war bereits Leiter des Ressorts Wissen & Netzwerke so­wie Berater in fünf externen Projekten. Zwei davon leitete er. Ähnlich steht es bei sei­nen Kollegen Andreas Roth, Marcel Burghardt und Tom Schulz: Auf sieben ex­tern durchgeführte Projekte, fünf interne, davon drei als Projektleiter und zwei weitere Ressortleiterschaften sowie Stabsstellenposten kommen die drei Studenten. Vier Consultants, die in ihrer Zeit bei der Studentischen Unternehmensberatung Verantwortung übernommen und Praxiserfahrungen gesammelt haben.

So viele Projekte durchzuführen, entspricht bei PAUL Consultants dem Kernziel – leitet sich der Name doch von in Projekten Aus Unternehmen Lernen ab. Da ist es nicht ungewöhnlich, dass sich die vier erfahrenen Berater im fortgeschrittenen Stadium ihres Studiums für ein weiteres Projekt zusammenschlossen. Der Auftrag lautete: Verbesserungspotenziale innerhalb eines Unternehmens zu identifizieren und die Erarbeitung leistungsfähigerer Prozesse zu unterstützen. ERP-nahe Lösungsvorschläge sollten konzipiert und somit transparentere und effi­zientere Prozessabläufe realisiert werden. Der Kunde war die ESF Elbe-Stahlwerke Feralpi GmbH, die zur Feralpi-Gruppe gehört. Das Unternehmen betreibt ein Stahl- und Walzwerk im sächsischen Riesa und produziert Bewehrungsstähle für die Stahlbetonbauweise. Bei dem Projekt handelte es sich um die erste Zusammenarbeit dieser Art zwischen den Elbe-Stahlwerken und PAUL Consultants.

Das Riesaer Unternehmen sponsert seit Ende 2014 die Mitgliedschaft des Vereins im Bundesverband mittelständische Wirtschaft e.V. (BVMW). Der Werksdirektor der ESF Elbe-Stahlwerke Feralpi GmbH, Frank Jürgen Schaefer, zeigte sich begeis­tert von der Idee der Studentischen Unternehmensberatung und entschloss sich, eben jene zu fördern.

Prozesse durch moderne, IT-gestützte ­­­­ Arbeitsabläufe ersetzen

Dies umfasst für die Studentischen Berater von PAUL Consultants neben Projekten auch die Möglichkeiten, Praktika zu absolvieren und Abschlussarbeiten zu schreiben. Auch eine Werksführung fand im Frühling diesen Jahres statt. Die Teilnehmer der Führung erhielten dabei einen detaillierten Einblick in die Produktionsstätten der Elbe-Stahlwerke. Im März diesen Jahres startete das Projektteam dann mit der Arbeit.

Bis Mai 2015 leisteten sie über 45 Beratertage und füllten dabei fehlende interne Kapazitäten des Stahlherstellers auf. Projektleiter Philipp Junghanns sah die besondere Herausforderung des Projektes darin, die Bereitschaft der Abtei­lungen zu fördern, über Jahre eingeschliffene Prozesse durch moderne, IT-gestützte Arbeitsabläufe zu ersetzen. Die externe Sichtweise der Berater war dabei sehr vorteilhaft, da die Abteilungen somit durch objektiv-fundierte Urteile von den Handlungsbedarfen überzeugt werden konnten – ohne fremdbestimmte Lö­sungen übergestülpt zu bekommen.

Das Team, bestehend aus Studenten der Fachbereiche Wirtschaftsingenieurwesen, -informatik und -wissenschaften, nahm zunächst die Prozesse in den nicht-produzierenden Abteilungen auf und erarbeitete dabei in mehreren parallelen Mitarbeiterinterviews eine vollständige Ist-Prozessbeschreibung. Ergänzend folgte eine Soll-Prozessaufnahme beim Leiter der IT, Patrick Matzke, der dem Projektteam viele Ideen zur Prozessautomatisierung mit auf den Weg gab. In der folgenden Phase digitalisierte das Team die aufgenommenen Informationen in Form von EPK-Prozessschaubildern, also ereignis­gesteuerte Prozessketten, und diskutierte zahlreiche Verbesserungsansätze. Dazu zählten denen auch die Änderungs­ideen aus der Soll-Aufnahme.

Schließlich ergaben sich 49 Handlungsfelder, vom Schrotteinkauf über Wareneingang bis hin zu Rechnungsprüfung und Finanzbuchhaltung. Zudem führte das Team ein Scoring der vorgeschlagenen Maßnahmen durch und bewertete diese abteilungsweise gemäß ihres Aufwands und Nutzens, was eine objektive Schwerpunktsetzung ermöglichte. Die so geordneten Verbesserungspotenziale wurden schließlich im Rahmen einer schriftlichen Projektdokumentation, gemäß Ist-Situation, Auswirkung und möglichen Lösungsansätzen beschrieben. Sie leiteten unter anderem Handlungsbedarfe zur Digitalisierung von Arbeitsabläufen ab und legten den Grundstein für die weitere Optimierung der IT-Infrastruktur.

Die Berater hinterließen einen ausgesprochen zufriedenen Kunden. IT-Leiter Patrick Matzke beschrieb es passend: „Das war genau das, was ich gebraucht habe.“ Die zügige Projektdurchführung sowie der unbelastete Blick von außen stießen sowohl bei ihm als auch den Mitarbeitern auf großen Anklang. Beide Parteien haben bereits ihr Interesse an zukünftigen Projekten zum Ausdruck gebracht. Und auch für die vier Studenten bildete das Feralpi-Projekt einen Höhepunkt ihrer noch jungen Beraterkarriere. Durch den Einsatz ihrer Kernkompetenzen konnte das Projekt binnen kürzester Zeit durchgeführt werden und das zur höchsten Zufriedenheit des Kunden. Nicht zuletzt Beweis dafür, dass sich das jahrelange Engagement ausgezahlt hat.


Mehr Informationen auch online unter www.paul-consultants.de.


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