Der „Kommunikations-Techi“: Andreas Fischer arbeitet als Technologie-Consultant bei Cofinpro

Kommunikations-Techi Andreas Fischer Technologie-Consultant Cofinpro

Der „Kommunikations-Techi“ Andreas Fischer ist seit  2016 als Technologie-Consultant bei Cofinpro tätig

Andreas Fischer ist gerade einmal 26 Jahre alt. Doch was im Job von ihm gefordert wird, könnte auch etablierte Manager ins Schwitzen bringen. Der Wirtschaftsingenieur arbeitet als Technologie-Consultant in der Finanzbranche. Und ist dabei nicht nur mit seinem technischen Wissen gefragt. Sondern ebenso mit kommunikativen Fähigkeiten und diplomatischem Gespür. Also quasi ein „Kommunikations-Techi“. Denn er vermittelt in IT-Projekten zwischen Anwendern und Programmierern. Und profitiert dabei auch von seinen Einsätzen mit Blaulicht als Rettungssanitäter. 

IT-Projekte sind mitunter kniffelig. „Vielleicht kennt ihr den Cartoon, bei dem der Kunde eine Schaukel in Auftrag gibt. Der Projektleiter versteht etwas ganz anderes und am Ende kommt ein seltsames Konstrukt heraus, das vielleicht als modernes Kunstwerk taugt, aber nicht als Schaukel. Mein Job ist es, genau das zu verhindern“, erklärt Andreas Fischer. Der studierte Wirtschaftsingenieur arbeitet seit einem Jahr als Technologie-Consultant bei der auf Finanzdienstleister spezialisierten Unternehmensberatung Cofinpro.

Das Consultinghaus unterstützt Banken und Asset Manager unter anderem bei der Umsetzung innovativer Vorhaben, wie zum Beispiel der Entwicklung von Robo Advisors. Hierbei handelt es sich quasi um einen digitalen Vermögensverwalter, der Privatkunden bei der Geldanlage unterstützt und ihnen durch automatisierte Prozesse deutlich günstigere Konditionen bieten kann als bei der traditionellen Art der Geldanlage. „Die Bankbranche steht ja gerade vor einem massiven Umbruch. Sie wird in zehn Jahren komplett anders aussehen. Es macht unheimlich viel Spaß, daran mitzuarbeiten“, schwärmt der Freizeitkicker. 

Das aktuelle Projekt: Eine Anwendung, die andere Programme testet

Bei Fischers aktuellem Projekt geht es um eine Steuersoftware für Banken. Genauer gesagt, um eine Anwendung, die diese Steuersoftware automatisch auf Schwachstellen und Optimierungspotential testet. Mit einer übersichtlichen und leicht verständlichen Weboberfläche für den Nutzer. In diesem Fall sind das die Softwaretester. Und die haben natürlich ihre ganz eigenen Vorstellungen davon, was so ein System zu leisten hat. Darauf müssen die Entwickler Rücksicht nehmen. Keine einfache Aufgabe, denn nicht immer ermöglicht das die Technik. Und hier kommt Andreas Fischer ins Spiel: Er hat die Aufgabe, zwischen den beiden Welten zu vermitteln. Das ist manchmal ein wenig kompliziert. Auf beiden Seiten sitzen zwar Technologen, doch sie sprechen verschiedene Sprachen. 

Doch gerade diese Herausforderung reizt Andreas Fischer an seiner Arbeit – der Kontakt zu Menschen in verschiedenen Positionen und ihren unterschiedlichen Interessen. „Man muss sich immer wieder auf neue Situationen und Menschen einstellen. Und lernt jeden Tag dazu“, fasst er zusammen. Gut für ihn, dass er neben seinem Studium am Karlsruher Institut für Technologie auch als Rettungssanitäter gearbeitet hat und auf die Erfahrungen bei seinen Notfalleinsätzen zurückgreifen kann. Denn damals waren ähnliche Fähigkeiten gefragt, wie heute im Projektgeschäft. Fischer musste mit ganz unterschiedlichen Menschen zusammenarbeiten, unter Zeitdruck gute Arbeit leisten und oft auch Fingerspitzengefühl beweisen. 

Detektivarbeit am Computer

Zu Cofinpro kam er über einen Zufall. Ein Bekannter hat bereits in dem Unternehmen gearbeitet und ihm ein Praktikum mit anschließender Bachelorarbeit vermittelt. Das Thema der Abschlussarbeit: „Identifikation von Engpässen bei automatisierten Geschäftsprozessen mit Process Mining“. „Viele kennen ja mittlerweile den Begriff Data-Mining, bei dem es darum geht, Daten aus verschiedenen Quellen herauszufiltern und sie auf Zusammenhänge zu untersuchen. Beim Process-Mining sind die Datenquellen Logs. Das sind sozusagen Protokolle, die anfallen, wenn eine Software einen bestimmten Schritt vollzieht“, erklärt Fischer. Diese Protokolle hat er untersucht, und getestet, ob sie Rückschlüsse auf Fehler oder lange Ladezeiten aufweisen. Denn ein Quellcode ist sehr lang. Wer ein suboptimal programmiertes Teilstück verbessern möchte, sollte also sehr genau wissen, an welcher Stelle er sucht. Man spricht hier auch von Reverse-Engineering, weil die Software quasi nachgebaut wird. Reverse-Engineering wird typischerweise angewendet, wenn Programmentwickler Schnittstellen für eine Software entwickeln, deren Quellcode nicht öffentlich zugänglich ist.

Der Job eines „Kommunikations-Techis“: In IT-Projekten zwischen Anwendern und  Programmierern vermitteln

Ein wenig Programmieren konnte An­dreas Fischer schon, bevor er seine Stelle bei Cofinpro antrat. Richtig gelernt hat er es aber erst während seines Praktikums. Durch Learning by Doing. „Meine Kollegen haben mich sehr dabei unterstützt, und mir alles gezeigt. So bin schrittweise in das Thema hineingewachsen“, so der Pfälzer.

Als er dann nach seinem Abschluss fest in dem Consultingunternehmen einstieg, ging es gleich weiter mit dem Lernen. „Mein Arbeitgeber legt großen Wert auf Weiterbildungen. In den ersten sechs Monaten bestand meine Arbeitszeit zu 50 bis 60 Prozent aus Schulungen. Mittlerweile sind es 10 bis maximal 20 Prozent“, erklärt er. 

Sein Studium als Wirtschaftsingenieur hat ihn allerdings nur bedingt auf seine Tätigkeit in der Consulting-Branche vorbereitet. „Im Studium erwirbt man natürlich gewisse Grundkompetenzen wie analytisches Denken. Und man lernt auch, wie man komplexe Sachverhalte selbstständig lösen kann. Inhaltlich konnte ich aber nur wenig anwenden“, so sein Fazit.

Consulting heißt vor allem „Learning by Doing“ – und in der Beratung lernt man schnell viel

Bevor er zu Cofinpro und damit zu seinen Einsätzen bei Finanzdienstleistern kam, hat er ein Praktikum in der Automobilbranche absolviert. „Die liegt ja eigentlich für einen Wirtschaftsingenieur viel näher. Doch ich habe gesehen, wie rasant sich die Bankbranche gerade verändert. Und als Consultant erlebe ich diese Entwicklung hautnah. Ich habe einen Job, der nie langweilig wird und kann in sehr kurzer Zeit sehr viel lernen.“ 

Dabei hat sich Fischer bewusst für eine vergleichsweise kleine Unternehmensberatung entschieden. Und nicht für einen großen Konzern. „Ein kleines Unternehmen hat einen besonderen Charme. Die Strukturen sind übersichtlich, man kennt zum Beispiel viele Kollegen persönlich. Und die Hierarchien sind flacher.“ Ihm gefiel, dass er schon Verantwortung übernehmen konnte und selbst als Praktikant ein anerkannter Teil des Teams war. „Man hat eine hohe Stellung und wird auf jeden Fall ernst genommen.“  

Studenten rät er, möglichst viel Praxiserfahrung zu sammeln. Und zu testen, welche Aufgaben einem liegen. Denn das Consultinggeschäft, das sagt er ganz offen, „muss man mögen“. „Wer einen Routinejob sucht, oder Probleme mit Teamarbeit hat, ist hier definitiv fehl am Platz.“ 


Andreas Fischer, 26 Jahre, studierte Wirtschaftsingenieurwesen und ist seit  2016 als Technologie-Consultant bei Cofinpro tätig. Cofinpro ist ein auf die Finanzbranche spezia-­lisiertes Beratungshaus mit neun Standorten in Deutschland.

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