Mit IT-Innovation in die Zukunft

Im Handel werden so gut wie alle Systeme von der IT gesteuert: Von Warenwirtschaftssystemen, Tourenplänen für LKWs bis zu MDEs. Trotzdem werden Handelsunternehmen von IT-Absolventen als Arbeitgeber unterschätzt – und das, obwohl die Projekte zukünftig nur noch spannender werden können. HI:TECH CAMPUS it traf sich mit der Business Analystin Arletta Zielaskowski und dem Entwickler Martin Friedrich bei der REWE Systems, dem IT-Dienstleister der Rewe Group, um nach aktuellen Projekten zu forschen.

Herr Friedrich, ist der Handel ein unterschätzter IT-Arbeitgeber?
Martin: Ich denke schon. Und wissen Sie was? Ich bin selber das beste Beispiel dafür.

Wie meinen Sie das?
Martin: Nach meinem Studium habe ich am Fraunhofer-Institut gearbeitet und saß an meiner Promotion. Aber ich merkte irgendwann, dass das mit der Doktorarbeit nicht das Richtige für mich ist. Witzigerweise hat mir dann ein Fraunhofer-Kollege, der von der REWE Systems ans Institut kam, erzählt, dass REWE Systems ein fairer Arbeitgeber mit guten Projekten ist. Also habe ich mich beworben. Da dachte ich noch: ,Ach, bewirb dich mal. Aber was sollen die schon an nennenswerter IT haben.’ Im Nachhinein eine totale Fehleinschätzung!
Arletta: Was? So war das bei dir? (lacht)
Martin (auch lächelnd): Genau so! Aber ich kam ja auch aus der Forschung und das ist acht Jahre her. Seitdem hat sich sehr viel bewegt.

Und was denken Sie heute?
Martin: Die IT-Systeme hier sind unglaublich komplex. Fast alle Prozesse im Handel werden von ihnen gesteuert: Aufbackstationen, Fleischwaagen, Kassen, Warenwirtschaftssysteme, Tourenpläne für LKWs, Rechnungswesen, Netzwerke, Lo­gistik, Lagerverwaltung, MDEs, Preispflege und elektronische Preisschilder (ESL). Hohe Komplexität ist gerade für Informatiker häufig genau das, was uns herausfordert.

REWE Systems, Arletta Zielaskowski, IT Arbeitgeber Handel

Dipl. Kauffrau Arletta Zielaskowski, 32, studierte an der Hochschule für angewandte Wissenschaften Hamburg technische Betriebswirtschaft mit Schwerpunkt Wirtschaftsinformatik und Statistik. Seit November 2012 ist sie bei der Rewe Systems als Business Analystin tätig.

„In unseren Teams erarbeiten wir State of the Art-Innovation.“

Was genau sind MDEs?
Arletta: Das sind Mobile Datenerfassungs­geräte, mit denen unsere Marktmitarbeiter Preisetiketten ausdrucken, Lagerbestände verwalten, Bestellungen aufgeben können und noch sehr viel mehr. MDEs zu programmieren und die Benutzeroberflächen zu designen sind momentan die großen Projekte, an denen wir arbeiten. Ich als Business Analys­tin arbeite hier sehr eng mit unseren Kunden zusammen, also den REWE-, aber auch den Penny-Märkten. Die schildern mir ihre Anforderungen, wir analysieren im Team, was machbar ist und übergeben das Projekt dann den Entwicklern – also etwa Martin und seinen Kollegen.

Auf welche Herausforderung stießen Sie bei der Programmierung?
Martin: Wir haben gerade eine ganz neue Generation von MDEs geschaffen. Früher fand die MDE-Entwicklung in C# auf dem .Net Framework statt. Aber für die Windows Mobile Plattform läuft der Support im Jahr 2018 für die derzeitigen MDEs aus. Also mussten wir uns eine neue Lösung überlegen. Die neuen Geräte sind Android-basiert mit richtig coolen Oberflächen, so wie unsere Marktmitarbeiter sie von ihren Handys kennen. Touchscreen mit swipen, intuitive Bedienung – unsere Kunden finden es toll. Wir übrigens auch. Das, was wir hier entwickeln, ist wirklich ,State of the Art’! Und es geht hier um über 20.000 MDEs, die täglich genutzt werden.

Kannten Sie sich mit Android aus, als Sie das Projekt begonnen haben?
Martin: Nur als User. Aber das ist ja auch das Tolle an unserem Job: Wir lernen ständig weiter. Das betrifft übrigens auch die Arbeitsweise. Das MDE-Projekt für Penny haben wir agil mit Scrum programmiert. Das Spannende war, dass in dem Team auch Designer waren, die sich um die grafischen Sachen gekümmert haben. Dazu kamen Server- und Sicherheitsexperten, sowie Logistikspezialisten. Und in diesem Team erarbeitet man dann eine Lösung, die allen Anforderungen gerecht wird. Man hat nicht nur Teillösungen im Blick, sondern das große Ganze. Das hat richtig Spaß gemacht.
Arletta: Zu meinem Job gehört es übrigens auch zu testen, ob die Lösungen wirklich funktionieren, ob alle Kundenanforderungen gelöst wurden. Ich übernehme häufig bei Teilprojekten die Rolle der Product Ownerin, wenn der Kunde das nicht leisten kann, weil beispielsweise zu viele Detailkenntnisse gefordert sind. An der Schnittstelle vom Kunden und dem Entwicklerteam zu arbeiten ist genau das, was mir am meisten liegt. Programmieren ist nicht so meine Stärke.

Sind Sie nach dem Studium direkt bei REWE Systems eingestiegen?
Arletta: Ich habe erst zwei Jahre Informatik studiert und bin dann zu BWL mit Schwerpunkt Wirtschaftsinformatik und Statistik gewechselt. Ich wollte mehr in der Konzeption arbeiten und habe mich ganz normal auf eine Stellenanzeige beworben, weil ich das Gefühl hatte, die Stelle passt.

REWE Systems, Martin Friedrich, IT Arbeitgeber Handel

Martin Friedrich, 35, arbeitet als Senior Developer bei der REWE Systems GmbH. Er hat an der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg studiert und 2008 den Studiengang Informatik als Master of Science abgeschlossen.

Wie ist REWE Systems als Arbeitgeber?
Martin: Was ich an der REWE Systems schätze ist, dass die Projekte interessant, die Teams sehr nett und viele Anfang bis Mitte dreißig Jahre alt sind. Wir duzen uns alle, auch die Chefs. Außerdem wollte ich unbedingt in Köln arbeiten.
Arletta: Ja, Köln ist schon super. Außerdem haben wir flexible Arbeitszeiten. Wenn man mal mehr arbeitet – was nicht zu oft passiert, bekommt man immer einen Freizeitausgleich. Darüber hinaus wird fair gezahlt und man ist nicht ständig unterwegs. Die denken sich hier immer wieder was Neues für die Mitarbeiter aus. Man kann sich beispielsweise über die Firma ein Fahrrad leasen lassen.

Mit welchen Absolventen möchten Sie sich am liebsten verstärken?
Martin: Wir wachsen immer noch und suchen sowohl Informatiker als auch Wirtschaftswissenschaftler mit IT-Affinität, so wie beispielsweise Arletta, wobei sie ja schon ein relativ großes Informatik-Vorwissen hat, das müsste so ausgeprägt nicht immer sein. Als Entwickler sollte man auf jeden Fall Java beherrschen. Kenntnisse in  Backendsystemen, Serveranwendungen und Datenbanken sind von Vorteil und es ist wichtig, leserlichen und wartbaren Code schreiben zu können. Aber das ist zum Glück für viele Informatik-Hochschulabsolventen kein Problem. Und dann sollte man Spaß daran haben, im Team mit Kollegen und Kunden zu arbeiten.

Programmieren Sie eigentlich selbst noch?
Martin: Manchmal schon noch aber mittlerweile koordiniere ich in der Hauptsache Teams, habe aber keine Personalverantwortung, bin mehr ,primus inter pares’. Das passt derzeit sehr gut für mich. Man kann bei uns auch rein als Programmierer arbeiten, wenn man das möchte. Schließlich wollen wir Know-how im Team aufbauen und halten – man hat als Mitarbeiter sehr viele Möglichkeiten bei uns.


Die REWE GROUP
… ist ein führender deutscher und europäischer Handels- und Touristikkonzern mit 330.000 Mitarbei­tern. Bekan­nte Marken sind – unter anderem – REWE-Märkte, Penny, toom, Nahkauf. Im Touristikbereich gibt es DER Touristik, Dertour oder auch Meier’s Weltreisen.

Die REWE Systems:
… ist der IT-Dienstleister der REWE Group mit über 1.000 IT-Spezialisten, die auf der IT-Seite 80 Logistikzentren, 26.000 Scannerkassen in mehr als 7.500 Märkten mit mehr als 23.000 lokalen Netz­werkanschlüssen betreu­en.


Mehr Informationen auch unter rewe-systems.com.

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