Einsteigen in globale Netzwerke

Die Deutsche Bank gehört zu den einflussreichsten Finanzhäusern der Welt. Als größte Bank in Deutschland ist sie international auf allen Kontinenten gut vernetzt. Das schafft nur, wer sich entsprechend der Marktgegebenheiten weiterentwickelt. In Zeiten, in der die Digitalisierung eine immer wichtigere Rolle spielt, bieten sich Absolventen unterschiedlichster Fachrichtungen unerwartete Perspektiven bei einer Bank, die derzeit als Arbeitgeber unterschätzt wird.

Klar, die Rahmenbedingungen im Fi­nanz­gewerbe sind derzeit alles andere als einfach. Niedrige Zinsen, immer mehr staatliche Regularien und anspruchsvolle Kunden stellen große Herausforderungen an alle Bankinstitute – weltweit. Die Konkurrenz um den Kunden wächst in der Finanzbranche auch durch Spezialisierung. Leasing-Banken der großen Automobilhersteller sind so ein Beispiel, Direktbanken ohne Filialsystem ein anderes. Online-Banken, die sich auf Aktienhandel für Privatpersonen konzentrieren, ein weiteres. Und dann treten Wettbewerber über Umwege in den Finanzmarkt ein: Bezahlsysteme von Auktionshäusern, Onlineshops sowie Supermarktkassen, die sich selber als Geldautomaten anbieten. 

All das klingt zugegebenermaßen etwas düster. Doch für den größten Player des deutschen Finanzgewerbes liegt hier eine riesige Chance. Wo sonst ballen sich weltweites finanzielles Fachwissen in Deutschland, die dazugehörigen Kontakte ins Unternehmertum, ins Investmentgeschäft und zu den Privatkunden? Und nicht zu vergessen: Es geht hier um riesige Kundendaten. Die Deutsche Bank hat weltweit 28 Millionen Kunden. Den Wettbewerbsvorteil verdankt sie dem über Jahre, wenn nicht Jahrzehnte gewonnenen Vertrauen seiner Privat- wie Firmenkunden, institutionellen Anlegern und Finanzinvestoren.

Die Deutsche Bank eröffnet Innovation Labs in Berlin, London und Silicon Valley

Die Deutsche Bank hat etliche Börsengänge sowie hunderte von Mergern, also Unternehmenszusammenführungen begleitet. Aus Millionen von Kunden werden Milliarden von Daten, von denen die Kunden wissen – und das ist ein wichtiges Argument – dass diese bei der Deutschen Bank auch sicher sind. Man ist sich dieser Tatsache bewusst und verfolgt eine sehr interessante Strategie, die auch Auswirkungen für den Nachwuchs der Bank hat, also Studierende und Absolventen: Sie wird Innovation Labs in Berlin, London und im Silicon Valley eröffnen. Dabei arbeitet sie mit den Technologiepartnern Microsoft (Berlin), HCL (London) und IBM (Silicon Valley) zusammen. Die drei globalen Innovationszentren werden unter dem Namen „Deutsche Bank Labs“ firmieren und die Bank beim Einsatz neuer Technologien zur Weiterentwicklung ihrer Produkte, Dienstleistungen und Prozesse unterstützen. Darüber hinaus werden sie die Innovationskraft der Bank sowie ihre Geschäftsbeziehungen zu Start-up-Unternehmen im Technologiesektor stärken. Die Zentren sind Teil der Digitalisierungsinitiativen im Rahmen der sogenannten „Strategie 2020“, bei der die Bank in den kommenden Jahren bis zu 1 Milliarden Euro für die Digitalisierung bereitstellen möchte.

Mitarbeiter der Bank und ihrer Partner werden gemeinsam mit Start-ups und akademischen Einrichtungen technische Lösungen für die betrieblichen Anforderungen der Bank und ihrer Kunden erarbeiten. Im nächsten Schritt werden sie diese Technologien in den Zentren testen und weiterentwickeln, gegebenenfalls in Zusammenarbeit mit den Kunden. Die drei Technologiepartner verfügen über weltweite Erfahrung mit dem Betrieb von Innovation Labs und unterstützen die Bank mit Ressourcen, Expertise und der Vermittlung von Geschäftskontakten. Ziel ist es, jährlich über 500 Start-up-Ideen in den Zentren zu bewerten. Alle drei Innovation Labs sollen bis Anfang des vierten Quartals 2015 voll betriebsfähig sein.

Im Mittelpunkt steht der Begriff Digital Transformation. Die Deutsche Bank möchte Dienstleistungen anbieten, die das Kommunikationsverhalten und die Wünsche ihrer Kunden auf möglichst vielfältige Weise bedient. So hat die Deutsche Bank eine Banking-App für die Apple Watch entwickelt, die im April auf den Markt kam. Als erste Bank in Deutschland ermöglichte die Deutsche Bank damit ihren Kunden, sich persönliche Finanzinformationen schnell und bequem am Handgelenk auf der Smartwatch anzeigen zu lassen. Ein weiteres Beispiel ist die Zusammenarbeit mit dem Münchner Start-up-Unternehmen Gini, das sich auf Dokumentenerkennung spezialisiert hat. Der Clou des Start-ups ist eine App, die es ermöglicht, mit einem Smartphone eine Rechnung zu fotografieren und die relevanten Bankdaten des Rechnungsempfängers sekundenschnell in das Online-Banking-System des Kunden einzufügen. Eine IBAN-Nummer muss so nicht mehr manuell eingegeben werden.

Die globale Einführungsveranstaltung für Trainees der Deutschen Bank findet in London statt

Infrastrukturtechnologien, Analysetechnologien digitale Authentifizierung, mobile Funktionen und Zugänge – alles, was Innovationspotenziale verspricht, ist von Interesse. Klar ist: Technologische Innovationen werden nicht mehr im stillen Kämmerlein ausgebrütet. Vernetzung und flexible Schnittstellen sind gefordert. Data Analytics und Data Mining – also die intelligente Analyse und das Extrahieren von Daten – spielen künftig eine wichtigere Rolle. Sie sind die Grundlage dafür, Kunden besser zu verstehen und Produkte und digitale Serviceleistungen noch enger – im Idealfall in Echtzeit – auf Kundenanforderungen auszurichten.

Die technologischen Herausforderungen und die geforderte „Innovationsdichte“, die die Deutsche Bank sich auf die Fahnen geschrieben hat, sind durchaus vergleichbar mit denen der Big Player im Technologie-Business. Logische Folge: In der Entwicklung, aber auch in der Analyse und im Management gibt es Karrieremöglichkeiten für Studierende unterschiedlicher Fachrichtungen. Wichtig ist die Fähigkeit, Trends und Innovationen in wirtschaftlich tragfähige Ideen zu übersetzen und in großen Zusammenhängen zu denken. Thomas Dapp, Analyst bei DB Research, der mit seinen Studien zum Thema Digitalisierung branchenweit für Aufmerksamkeit gesorgt hat, ist sich sicher: „Der digitale Wandel fordert tiefgreifende Strukturreformen und zwar über sämtliche interne und externe Bankprozesse und -systeme hinaus.“

Henry Ritchotte, Chief Operating Officer und Chief Digital Officer der Deutschen Bank, sagt: „Technologie verändert das Bankgeschäft grundlegend, und Innovation zählt zu den Werten der Deutschen Bank. Die Innovation Labs bilden eine Brücke zwischen Start-ups und den verschiedenen Geschäftsbereichen der Bank und ermöglichen damit den Einsatz innovativer Technologien, um unsere Dienstleistungen für Kunden und interne Prozesse zu optimieren.“

Für Berufseinsteiger bedeutet dies, in eine sehr etablierte Branche einzusteigen und dort das Bankgeschäft von Grund auf zu  erlernen, sich zu spezialisieren und international zu arbeiten. Auch wer ganz am Anfang seines Studiums steht, kann sich ein Bild vom Arbeitsumfeld bei der Deutschen Bank machen: Ein einwöchiges Orientierungsprogramm dient als Einstieg in die Finanzwelt und in die Struktur der Bank. Beim „Work Shadowing“ kann man einen Blick in die Handelsräume werfen, erste Kontakte knüpfen – und dabei herausfinden, ob das Bankgeschäft eine passende Karriereperspektive ist. Ab dem dritten Semester sind dann zwei- bis sechsmonatige Praktika in fast allen Bereichen der Bank möglich. Der Zeitraum kann individuell geplant werden.

Ganz auf Internationalität ausgerichtet ist der Einstieg der Trainees bei der Deutschen Bank. Die globale Einführungsveranstaltung findet in der Regel in London statt. Hier kommen Trainees aus aller Welt zusammen, lernen Senior-Manager und Ansprechpartner kennen und werden mit Vorträgen, Workshops und Projektarbeiten intensiv auf die Praxis vorbereitet. Ein beeindruckendes Opening, das fachlich, aber auch emotional viel Inspiration für den weiteren Berufsweg mitgibt und die Trainees sehr schnell länderübergreifend miteinander vernetzt. Und um gute Netzwerke ging es in der Vergangenheit und geht es auch zukünftig in jeder erfolgreichen Bank.


Mehr Informationen zu “Spring Into Banking” der Deutschen Bank gibt es hier!

 

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