„Weil es geil ist!“

Ariadne Riga arbeitet als Informatikerin bei Europas zweitgrößtem Versandhändler: OTTO. Im Gespräch mit hitech-campus.de erklärt sie, mit welchen neuen Technologien OTTO arbeitet und welche IT-Herausforderungen aktuell auf der Agenda stehen.

In der OTTO IT zu arbeiten, ist wirklich vielfältig. Ich habe bisher viele verschiedene Abteilungen durchlaufen und arbeite mit einem zwanzigköpfigen Team daran, die Produktdaten für den Online­shop Anwenderfreundlich aufzubereiten. Mein fünf-köpfiges Team und ich arbeiten an dem Userinterface (UI) – das ist die Anwendung, mit dem der User interagiert. Unsere UI wird von Kollegen genutzt, um Produktdaten zu pflegen, die dann im Onlineshop auf der otto.de-Seite zu sehen sind. Das ist die tatsächliche Anwendung, die jeder User – also jeder Kunde – nutzt, der auf otto.de shoppt. Wer auf unserer Webseite beispielsweise eine Kaffeemaschine oder einen Fotoapparat einkaufen möchte, der bekommt neben den Produktfotos auch die Daten angezeigt, die den Artikel dem Interessenten näher erklären. Dieses Produktdatenpflegesystem gestalten wir völlig neu und zwar mit Hilfe von mehreren Technologien. Für das Backend der Anwendung nutzen wir hauptsächlich Golang, eine von Google erfundene Programmiersprache und zu Teilen auch Java.

Für das Frontend, also das Userinterface, nutzen wir React und die Semantic-UI-Komponenten. React JS wurde von Facebook entwickelt und ist eine eine Java­- Script-Bibliothek. Daraus resultiert, dass unsere Anwender schneller und einfacher Produktdatenpflegen können und vieles mit React JS und anderen neuen Technologien einfacher, schneller und damit performanter abzuwickeln ist. Für unsere Kunden bedeutet das schlicht mehr Komfort und mehr Spaß beim Einkaufen.

Das klingt vielleicht grundsätzlich einfach, ist aber in der Programmierung anspruchsvoll. Das System muss schließlich für über 2,4 Millionen Produkte aus unserem Sortiment passen. Insofern sind viele Vorüberlegungen nötig, damit am Ende eine elegante und beherrschbare Programmierung herauskommt. Zukunfts­sicher muss sie auch sein und dem User Freude beim Shoppen machen. Außerdem muss es eine Technologie sein, die mit allen anderen andockenden Technologien kompatibel ist. Dazu gehört beispielsweise die Logistik oder auch das Rechnungswesen – inhaltlich ganz andere Bereiche. Die Aufgabe meines Teams ist es, ein Design zu entwickeln, das für möglichst viele Produkte und Produktgruppen passt. Zunächst müssen wir den kleinsten gemeinsamen Nenner finden. Deswegen sind wir von einem fremdgefertigten Shopsystem zu einer eigenen Lösung gekommen. Wir arbeiten jetzt seit einem Jahr daran und stehen kurz vor dem Abschluss des Projektes. Spannend ist übrigens auch die Zusammensetzung unseres Teams, denn es sind fast alle Akademiker unterschiedlicher Fachrichtungen: Wir haben Mathematiker, Physiker, Informatiker und Fachinformatiker im Team, so wie mich zum Beispiel. Und wir suchen derzeit weitere Mitstreiter aus den genannten Disziplinen. Wir wollen noch mehr Entwickler-Know-how bei uns aufbauen. Wir suchen vor allem Kollegen, die Leidenschaft für ihren Beruf haben, sich weiterentwickeln und neue Technologien lieben.

„Wir suchen Mitstreiter aus vielen Disziplinen – gerne auch Mathematiker“

Zu OTTO bin ich übrigens ein wenig aus Verlegenheit gekommen. Ich wusste nach meinem Abitur nicht wirklich, was ich beruflich am liebsten machen möchte. Also habe ich mich erst einmal dafür entschieden, ein bisschen zu jobben, habe mir etwas Geld verdient und bin auf Reisen gegangen. In dieser Zeit habe ich mir überlegt, dass ich eigentlich eher ein praktischer Mensch bin, der sich für Computer interessiert. Warum also nicht einfach eine Lehre machen? Informatik zu studieren habe ich mir damals noch nicht zugetraut. Dann habe ich mich  umgehört, was es für Arbeitgeber gibt. Bei OTTO bin ich hängengeblieben und habe dort einfach mal angerufen, weil ich wissen wollte, ob es einen Dress-Code gibt. Da haben die Ansprechpartner im Recruitment echt angefangen zu lachen: ,Nein, in der IT nicht!’ Da habe ich mir gedacht: Okay, alles klar, da fange ich an – und so kam es dann auch.

Rückblickend habe ich das wirklich nicht bereut. Erst neulich hat mich jemand gefragt, warum man als Informatiker eigentlich zu OTTO gehen sollte. Meine spontane Antwort war: ,Weil es geil ist!’ Warum, das wollte der interessierte Informatiker wissen und ich habe ihm geantwortet, dass es in der Firma so viele inhaltlich interessante Dinge zu bearbeiten gibt, die einfach Bock machen. Man kann als Entwickler viel erreichen und noch mehr ausprobieren. Es gab für mich bei OTTO noch nie einen Tag, an dem ich mir morgens sagen musste: ,Oh, Mist, heute muss ich ja arbeiten!’ Das gab es einfach noch nicht. Im Gegenteil: Ich freue mich auf die Arbeit. Ich komme in der Firma an, trinke mit Kollegen einen Kaffee und danach schafft man zusammen was weg, trifft sich Mittags zum Essen, tauscht sich aus, hat gemeinsam Spaß und dann arbeitet man alleine oder im Team weiter an einer gemeinsamen Aufgabe. Da entstehen natür­lich auch Freundschaften. Es ist wirklich ein cooler Job, gut bezahlt, mit dreißig Urlaubstagen im Jahr, die ich bisher auch immer dann nehmen konnte, wann ich das wollte. Man hat sehr viele Freiräume in seiner Arbeit und daher häufig gemeinsam Erfolg. Man fühlt sich sehr selbstbestimmt – und das tut mir gut.

Die OTTO-Akademie ist übrigens auch eine wirklich gute und beliebte Einrichtung. Es werden dort sehr viele Kurse angeboten, die von vielen genutzt werden. Es gibt eher persönliche Kurse, beispielsweise: ,Wie führt man ein Verkaufsgespräch?’ Oder: ,Wie führt man über­- ­haupt ein gutes Gespräch?’ – das habe ich mitgemacht. Es war super und beinhaltete Videoaufzeichnungen, Körpersprachenanalyse und persönliche Tipps vom Dozenten. Solche Kurse finden meist an anderen Orten statt, die Kosten übernimmt OTTO. Es gibt auch Kurse, die fachlicher Natur sind: ,Wie treffe ich bessere Entscheidung mit Datenanalysen?’ Oder  Kurse für Computersprachen: Coding-Sprachen, JAVA-Kurse. Das kann man sich übrigens alles im Internet anschauen. Nach meiner Ausbildung hatte ich eine neue Idee: Das Programmieren macht mir wirklich Spaß, aber ich dachte mir – ich habe eine Ausbildung geschafft, die ich mir vorher eigentlich nicht zugetraut hatte. Warum sollte ich mir also nicht ein Fach suchen, was mich vielleicht noch mehr interessiert? Mein nächstes Projekt ist also, berufsbegleitend Wirtschaftspsychologie zu studieren.

„Es gab noch keinen Tag, an dem ich mich nicht auf die Arbeit gefreut habe“

Da unterstützt OTTO als Arbeitgeber mich wirklich sehr, denn ich werde die Inhalte aus meinem Studium mit meiner Arbeit kombinieren können. So kann ich mich direkt praxisnah weiterbilden. Es war nicht schwierig, mit diesem Wunsch bei meinen Vorgesetzten Gehör zu finden – im Gegenteil. Das ist übrigens auch ein Teil der OTTO-DNA: Mitarbeiter werden gefördert und unterstützt, jeder kann mal das Team wechseln und wir werden zur Eigenständigkeit bewegt. Man kann häufig selber entscheiden, wie etwas umgesetzt werden soll, wenn das Gesamtziel erreicht wird. Und diese Freiheit genießen viele meiner Kollegen und ich.

Ein Beispiel dazu: Es gibt bei OTTO die sogenannten ,Innovation Days’. Das ist Ein jährlicher, dreitägiger Hackathon, bei der alle Kollegen aus dem E-Commerce, der IT und der BI aufgerufen sind, diejenigen Dinge auszuprobieren, die im Tagesgeschäft keinen Platz finden. Nach drei Tagen werden erste Prototypen und Konzepte vor allen Teilnehmern gepitcht.  Da wurden dann Ideen geäußert wie Social-Media Buttons in unsere Website zu integrieren, damit man über Facebook oder Instagram leichter geplante Käufe mit seinen Freunden teilen kann. Frei nach dem Motto: ,Meinst du, der Schuh steht mir?’ Wir haben das dann umgesetzt und es läuft erfolgreich. Eine andere Sache war, ob es nicht sinnvoll sein könnte, Kunden VR-Brillen zur Verfügung zu stellen, damit diese es leichter haben, sich beispielsweise eine neue Küche bei sich zuhause vorzustellen. Wir haben das bis zur Marktreife entwickelt.

Aber von der eigenen Firma dazu eingeladen zu werden, die eigene Kreativität voll ins Unternehmen einzubringen, gefordert und gefördert zu werden und dabei die Eigenständigkeit nicht zu verlieren, das ist im Ganzen schon ein sehr respektvoller Umgang mit den eigenen Mitarbeitern. Und deshalb: ,Geil!’ Das wirtschaftspsychologisch adäquate Adjektiv reiche ich dann nach meinem Studium gerne nach.


Ariadne Riga, Otto IT, Informatiker bei Otto, sucht Otto Informatiker, Berufseinstieg IT OttoAriadne Riga (25) stieg vor vier Jahren als Auszubildende zur Fachinformatiker für An­wendungsentwicklung bei OTTO ein. Seit einem Jahr ist sie Entwicklerin in der OTTO IT und gestaltet dort im Team das Userinterface für das Produktdatenpflegesystem. Neben der Ausbildung und jetzt im festen Job engagiert sich Ariadne als Vorsitzende der Jugend- und Auszubildendenvertretung.

Mehr Informationen rund um den Berufseinstieg als Informatiker bei Otto auf der Karrierewebsite!

Share.