IT macht das Leben leichter

Ihr Berufsleben begann mit einer Ausbildung zur Industriekauffrau und führte die Diplom-Informatikerin vor 25 Jahren zur msg. Dort ist Angelika Beinhofer Bereichsleiterin in der Branche Insurance. Die Mutter einer 13-jährigen Tochter arbeitet in Teilzeit. Mit hitech-campus.de sprach sie über ihre Motive, die sie in die IT-Beratung führten, ihre Projekte und ihren Werdegang zur Managerin. Und sie vermittelt einen Einblick, wie Hochschulabsolventinnen und Berufseinsteigerinnen bei msg Karriere machen können.

Informatik war vor 30 Jahren im Kommen. In der Ausbildung erlebte die Unternehmertochter bereits, wie man mit der IT zum Beispiel langweilige Routinearbeiten ersetzen oder interessanter machen kann. „Die IT macht das Leben leichter. Deshalb schrieb ich mich bei der Informatik ein“, erinnert sich Angelika Beinhofer. Schon bei ihrem ersten Praktikum in der IT-Abteilung eines Traktorherstellers lernte sie die unterschiedlichen Anforderungen an die IT in einem Unternehmen kennen. Bei IBM schrieb sie ihre Diplomarbeit über die Entwicklung eines Wareneingangssystems. Schon damals machte sie die Erfahrung, dass Frauen in der IT-Beratung alle Türen offenstehen. „Danach wusste ich, dass ich in der IT-Beratung bleiben wollte, um in verschiedenen Branchen und Projekten zu arbeiten.“

Mit dem Diplom in der Tasche kam sie zur msg, einer internationalen Unternehmensgruppe mit Hauptsitz in München, die Mittelstand und Konzerne mit intelligenten IT- und Branchenlösungen sowie fachlich fundierter strategischer Beratung begleitet. msg suchte Leute mit IBM-Hintergrund.

„Ein kleineres Beratungshaus wie msg war ideal für mich, weil ich mehr bewegen konnte als bei IBM.“ Nach ein paar Kundenprojekten im Finance- und Automo­-tive-Sektor arbeitete sie für eine große Schweizer Versicherung an der Softwareentwicklung für ein Vertragssystem der Kraftfahrtsparte. Danach ließ sie das Thema Versicherungen nicht mehr los. Das Beratungshaus baute zu diesem Zeitpunkt die Insurance-Beratung auf, die heute bei msg zu den größten Fachbereichen gehört. Und so übernahm Frau Beinhofer schon vor der Geburt ihrer Tochter Führungsaufgaben als Teamleiterin. Anders als heute gab es damals ein informelles, aber umso intensiveres Mentoring. „Mir standen die Chefs und Kollegen als Mentoren zur Seite“, berichtet sie.

“Business Consultants sind das Scharnier zwischen Experten und technischer Umsetzung“

In der Projektarbeit bei msg ist Teilzeit auch für Mitarbeitende mit Führungsaufgaben möglich. Die inhabergeführte Unternehmensgruppe legt Wert auf die Vereinbarkeit von Arbeit und Leben. Zunächst arbeitete Angelika Beinhofer für msg als Business Consultant für Versicherungen in der Schweiz, Österreich und Deutschland. Mit ihren Teams entwickelte sie ein neues Bestandssystem für die Sachversicherungen, vom Vertragsmanagement bis zu In- und Exkasso und Provision. Mit diesem Erfahrungshintergrund leitete sie anschließend stellvertretend die interne Produktentwicklung einer Software, dem Vorläufer der msg.insurance Suite für Versicherer, die den vollständigen Lebenszyklus eines Vertrages abdeckt. Die Anwendung unterstützt Versicherungen in der Produktentwicklung, verwaltet Versicherungsbestände und die Schadenabwicklung. Die Kom­plettlösung vereinheitlicht alle Prozesse, automatisiert Zahlungsvorgänge und erfüllt sämtliche gesetzliche Anforderungen.

Es folgte die Geburt der Tochter und Elternzeit. „Die Kollegen riefen schon nach wenigen Monaten an und fragten, wann ich wiederkomme. Hätte ich früher einen KITA-Platz erhalten, wäre ich nach einem halben Jahr gekommen.“ So dauerte es dreizehn Monate, bis sie 2005 wieder einstieg. Da msg die Softwareentwicklung für Produkte nach Passau verlagerte, wechselte Frau Beinhofer von der Produktentwicklung in die Projektentwicklung beim Kunden vor Ort. Dort beriet und leitete sie weiterhin in München verschiedene Teams zur Analyse und Konzeption von Geschäfts­prozessen. So managte sie Projekte in unterschied­-lichen Sparten wie Firmen-, Privat-, Transport- und Krankenversicherung sowie In- und Exkasso im Auftrag einer großen deutschen sowie international aufgestellten Versicherung.

Seit 2014 liegt ihr Schwerpunkt auf Delivery-Management und dem Project Staffing. Sie disponiert bis zu 300 Kolleginnen und Kollegen von msg auf die zahlreichen Projekte des Bereichs Insurance. Von der IT-Projektarbeit haben sich ihre Schwerpunkte verlagert und liegen nun mehr in der Zusammenstellung der richtigen Teams. Die Kunst dabei besteht darin, neben den fachlichen Kompetenzen auch die richtigen Persönlichkeiten im Team zusammenzuführen. Generell gibt es bei der Besetzung von Projektaufgaben keine Priorität für Frauen oder Männer. „Aber meine Erfahrung ist, dass gemischte Teams besser arbeiten. Frauen sind häufig kommunikativer, konfliktfähiger, sie moderieren Gruppenprozesse eleganter“, erläutert sie.

“Hätte ich früher einen KITA-Platz erhalten, wäre ich früher zurückgekommen“

Bei IT-Projekten in der Versicherungsbranche gibt es drei Rollen mit unterschiedlich hohem Frauenanteil. In den Fachrollen arbeiten bei Versicherungen häufig viele Frauen. Die Teams der Busi­ness Consultants sind oft paritätisch besetzt. Die technischen Teams, die Programmierer, haben einen hohen Männer­-anteil, bei den Business Consultants überwiegt meist der Frauenanteil. „Busi­ness Consultants sind wie ein Scharnier die Verbindung zwischen den fachlichen An­forderungen und der technischen Umsetzung.“ Sie brauchen ein ausgeprägtes kommunikatives Talent. Sie müssen die Kundenerwartungen und die Prozesse verstehen. Sie sollten die IT-Systeme beherrschen und die passende Anwendungsarchitektur entwerfen können. Schließlich müssen sie alles den Programmierern vermitteln.

Bei der Projektbesetzung kommt es für die Bereichsleiterin auch darauf an, klare Aufgaben und Rollen zu verteilen sowie Zielvereinbarungen zu treffen. Dabei leiten sie Führungsgrundsätze, die bei msg zur Un­ternehmens-DNA gehören: „Fairness und Ehrlichkeit in einer offenen Gesprächs- und Fehlerkultur sind für uns das Wichtigste. Ich stecke mit meinen Mitarbeitern einen klaren Handlungsrahmen ab, in dem sie sich frei entfalten. Wo es hakt, stehe ich zur Verfügung. Und so lange es läuft, die Resultate stimmen und sie ihre Zie­le erreichen, mische ich mich nicht ein.“

Die Mitarbeitenden stehen bei msg ganz klar im Mittelpunkt – so plant das Beratungshaus weltweit rund 2.000 Neueinstellungen. Gesucht werden Informatiker und Wirtschaftsinformatiker. „Wir stellen aber auch aus den MINT-Fächern ein, wenn die Leute eine Affinität zur IT mitbringen. Wichtiger als Noten sind uns persönliche Eigenschaften wie Engagement, Flexibilität, Lernbereitschaft und Neugierde“, berichtet Angelika Beinhofer.

Großen Wert legt das Beratungshaus auf die Personalentwicklung. „Wir führen ein- bis zweimal im Jahr mit jedem Mitarbeiter umfassende, strukturierte Feedbackgespräche. Neben einem Austausch auf Augenhöhe, geht es auch um die individuellen Berufsziele und die Wünsche des Mitarbeiters und uns als Arbeitgeber.“ Wer nach ein paar Jahren in Projekten mehr Verantwortung übernehmen möchte und dazu eine individuelle Befähigung zeigt, kann seine Karriere mit einer zertifizierten Projektleiterausbildung einleiten. Nach bestandener Zertifizierung erhält der Mitarbeitende eine Teamleitung. „Wichtiger als Karriere ist aber“, so Angelika Beinhofer, „dass unsere Teams auf den spannendsten und innovativsten IT-Projekten bei den interessantesten Kunden fast aller Branchen arbeiten.“


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