Sprungbrett „Praktikum“

Im Jahr 2016 war Franziska Wolf noch Praktikantin bei Digital McKinsey. Ein Jahr später stieg sie über das Fellow-Programm als Consultant in das Unternehmen ein: Die Expertise der Berater reicht vom Gesundheitswesen über den Energie- und den Bankensektor bis hin zum öffentlichen Sektor. Die ideale Vielfalt für eine attraktive Entwicklung, findet die Mathematikerin. 

Frau Wolf, was gefällt Ihnen an der Consulting-Branche bisher am meisten?
Bisher gefällt mir vor allem, dass ich als Beraterin die Möglichkeit habe, Einblicke in viele verschiedene Branchen und Unternehmen zu bekommen. Ich muss mich noch nicht auf eine Fachrichtung festlegen, sondern kann in meinen ersten zwei Jahren als Fellow erst einmal ausprobieren und schauen, was ich spannend finde und wo es mir gefällt. Auf längere Sicht gesehen spezialisiert man sich natürlich schon weiter, da man irgendwann „sein“ Gebiet oder „seine“ Branche findet und dort verstärkt Expertenwissen aufbaut.

Eingestiegen sind Sie über ein Praktikum – wie kamen Sie als Mathematikerin auf die Idee, eines in einer Beratung zu absolvieren?
Ich wollte einfach einmal etwas Anderes ausprobieren als alles, was ich zuvor schon gemacht habe – insbesondere als die Mathematik aus meinem Studium. Als ich dann auf der Suche nach einem Praktikumsplatz war, bin ich durch Zufall auf das Praktikantinnenprogramm von Digital McKinsey aufmerksam geworden. Dieses klang sehr spannend – unter anderem weil man im Rahmen dieses Programms eine weibliche Mentorin zur Seite gestellt bekommt, die einem für alle Fragen zur Verfügung steht. Und gerade bei Digital McKinsey ist es nicht ungewöhnlich, etwas anderes als BWL oder Finance – also die eher klassischen Beraterstudiengänge – studiert zu haben.

Alle Teams, mit denen ich bisher gearbeitet habe, waren sehr divers, was das Ganze umso interessanter macht. In letzter Zeit suchen unsere Teams übrigens immer häufiger nach Datenanalysten, Entwicklern oder User Experience-Designern.

„Es kommt bei Digital McKinsey mehr auf deine Stärken an, als auf das Fach, das du studiert hast“

Wie lief diese Praxisphase ab, welche Aufgaben durften Sie bereits übernehmen und in welche Branchen hineinschnuppern?
Als Praktikantin bin ich vom ersten Tag an wie jede andere Neueinsteigerin voll ins Team integriert worden. Es war nicht so, dass ich nur die Aufgaben übernommen habe, auf die sonst keiner Lust hat! Im Gegenteil, ich durfte einen eigenen Workstream weitgehend selbstständig übernehmen, natürlich mit Unterstützung meines Teams und meines Projektleiters. Ich hatte viel Klientenkontakt und durfte Kundenmeetings mit moderieren.

In meinem Praktikum habe ich auf drei Projekten in der Banken- und Versicherungsbranche mitgearbeitet – eine Branche, die man auf den ersten Blick doch eher unterschätzt. Aber sie entwickelt sich gerade rasant und muss sich teilweise neu erfinden, was ich sehr spannend finde.

Waren Ihre Aufgaben bereits mit Reisetätigkeit verbunden?
Meine Aufgaben waren mit der normalen Reisetätigkeit eines Beraters verbunden – montags bis donnerstags ist man vor Ort beim Klienten, der sich überall auf der Welt befinden kann. Freitags arbeitet man dann in der Regel vom sogenannten Homeoffice aus, das ist das Büro, für das man sich als „Heimatstandort“ entschieden hat. Bei der Wahl des Standorts hat man übrigens die freie Wahl. Prinzipiell ist es auch möglich, gerade am Freitag von überall zu arbeiten. Mir war und ist es jedoch sehr wichtig, freitags die Kollegen aus meinem Homeoffice zu treffen, gemeinsam Mittagessen zu gehen und sich über die Woche auszutauschen.

Erinnern Sie sich noch an Ihren ersten Arbeitstag?
Man hat bei McKinsey immer – egal ob man als Praktikantin oder im Festeinstieg bei der Firma anfängt – zunächst einige Einführungstage, die man mit Trainings, etwa Excel-Grundlagen und PowerPoint und anderen Einführungsveranstaltungen verbringt. Mein erster „richtiger“ Arbeitstag war dann direkt bei meinem Projekt vor Ort beim Kunden. Ich habe mich zunächst in die Thematik eingelesen, um ein gewisses Grundlagenwissen aufzubauen. Ich durfte auch schon bei einem Telefonat mit Klienten dabei sein, zu­nächst in einer Zuhörerrolle, weil ich ja noch neu auf dem Projekt war. Und natürlich habe ich an meinem ersten Arbeitstag mein Team kennengelernt, in dem ich in den folgenden Wochen gearbeitet habe.

Es gibt eigentlich kein besseres „Bewerbungsgespräch“, als fast drei Monate mit künftigen Kollegen zusammenzuarbeiten

Ist man als Mathematikerin eine Seltenheit in der Beratung?
Nein, gar nicht. Natürlich hat nicht die Mehrheit der Berater einen mathematischen Hintergrund, aber wie schon ge­sagt, ist gerade McKinsey eine sehr diverse Firma, bei der es am Ende nicht darauf ankommt, was man einmal studiert hat, sondern wo die Stärken und Interessen eines jeden Einzelnen liegen. Es wird natürlich Wert darauf gelegt, dass man wenigstens die wichtigsten Wirtschaftsgrundlagen kennt, deshalb absolvieren Einsteiger ohne wirtschaftswissenschaftlichen Hintergrund noch vor dem Einstieg einen sogenannten „Mini MBA“, bei dem man im Schnelldurchlauf die wichtigsten Basics zum Beispiel in Finance, Operations, Marketing, und Strategy lernt. Auch ich durfte diesen Mini MBA absolvieren und konnte schon einiges Wissen daraus in meinem Arbeitsalltag nutzen.

Hat das Praktikum Ihnen dabei geholfen, später fest in das Fellow-Programm einzusteigen?
Durch das Praktikum konnte ich die Firma, die Arbeitsweise und die Kollegen gut kennenlernen, um zu sehen, ob ich überhaupt als Beraterin arbeiten möchte und McKinsey als Firma zu mir passt. Es gibt eigentlich kein besseres „Bewerbungsgespräch“, als fast drei Monate mit Kollegen zusammengearbeitet zu haben, die einen dadurch kennengelernt haben und gut beurteilen können, ob man in die Firma passt. Man bekommt natürlich am Ende des Praktikums eine Beurteilung und wenn sie gut ausfällt, ein Angebot für einen Festeinstieg. Nimmt man dieses an, hat man dann noch ein finales Interview mit einem Partner der Firma, muss also den normalen Bewerbungsprozess nicht noch einmal durchlaufen. Bei mir hat das offensichtlich alles gut gepasst, sodass ich schließlich nach Abschluss des Studiums als Fellow bei Digital McKinsey eingestiegen bin.

Welche sind Ihre nächsten Karrierestufen und nach wie vielen Jahren erreicht man sie in etwa?
Für mich ist die nächste große Karrierestufe zunächst einmal der MBA oder die Promotion, die ich während meines Leaves absolvieren werde. Im Fellow-Programm ist es so, dass man zunächst zwei Jahre als Berater bei der Firma arbeitet und dann die Möglichkeit hat, für bis zu drei Jahre freigestellt zu werden, um einen MBA oder eine Promotion zu absolvieren. Danach steigt man wieder als Berater bei der Firma ein und arbeitet dann als Associate, was auch das generelle Einstiegslevel für Promovierte ist. Für mich dauert es noch etwa anderthalb Jahre, bis ich meinen Leave beginne und dann habe ich die erwähnten drei Jahre Zeit, einen MBA oder eine Promotion zu absolvieren. Dass ich mich nicht während meines Masters festlegen musste, ob ich promovieren möchte oder lieber in einem Unternehmen einsteige, war einer der wichtigen Punkte, die mich von McKinsey als Arbeitgeber überzeugt haben. Das Fellow-Programm bietet mir hier die tolle Möglichkeit, in Ruhe zu überlegen, was ich machen möchte, und mir genau das Passende herauszusuchen.


Fellow-Programm bei McKinsey, Franziska WolfFranziska Wolf stu­dierte Mathematik an der Technischen Uni­versität Darmstadt. Während des Mas­terstudiums absolvierte sie ein Prak­tikum bei Digital McKinsey. Nach Abschluss ih­res Stu­diums ist sie dort als Beraterin eingestiegen.


Das Fellow-Programm

Bachelorabsolventen steigen bei McKinsey als Junior Fellows ein, Masterabsolventen als Fellows und Promovierte als Associates. Das Fellow-Programm ist das generelle Programm für alle Einsteiger mit Masterabschluss, bei dem man sich zunächst nicht auf einen Bereich festlegt und nach zwei Jahren Beratertätigkeit in den sogenannten Leave geht, um noch einen weiteren akademischen Abschluss (Promotion oder MBA) zu absolvieren. McKinsey bietet neben dem allgemeinen Fellow-Programm auch die Möglichkeit, direkt spezialisiert in eine bestimme Practice einzusteigen, wie zum Beispiel Digital McKinsey, Marketing & Sales, Risk, oder Operations. Auch innerhalb dieser Practices wird das Fellow-Programm angeboten.


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