10 Tipps gegen Langeweile während Corona

Diesen Artikel haben wir zuerst im März 2020 veröffentlicht – und weil sich die Situation seither kaum verändert hat, aktualisieren wir ihn für euch immer wieder. (Gibt es noch Menschen, die ihren Keller nicht ausgemistet haben?) Insofern gilt nach wie vor: Die Diskussion, inwiefern man sich freiwillig in Quarantäne begeben sollte oder welche Maßnahmen „wirklich“ greifen, ersparen wir euch und uns. Vielmehr möchten wir euch unsere Tipps gegen Langeweile während der Corona-Quarantäne an die Hand geben und Lagerkoller vermeiden helfen.

Ob nun freiwillig oder verordnet, ob auf dem Dorf oder in der Stadt, ob regnerisches oder sonniges Wetter – es ist okay, wenn dir immer wieder die Decke auf den Kopf fällt und die Motivation stellenweise auf der Strecke bleibt. Wenn es dir wirklich nicht gut geht, überlege bitte, ob du dir ein Gespräch mit psychologisch ausgebildeten Expert:innen gönnst. Selfcare ist nicht egoistisch, sondern extrem wichtig in diesem Zeiten. 

Da es uns von hitech-campus.de nicht anders geht (liebe Grüße aus München an euch alle), haben wir uns zusammengesetzt und die besten Inspirationen jenseits von „Les mal wieder!“ gesammelt:

  1. Gegen das Rumsitzen: Mach die Fenster auf, lass die frische Luft rein, häng den Kopf in den Wind und atme bewusst und tief ein und aus. Danach putz gleich mal die Fenster und vor allem die Rahmen! Deine Hausverwaltung wird es dir beim nächsten Umzug danken und du dir vermutlich auch. Gib zu, das hast du vor ziemlich genau einem Jahr zuletzt gemacht und wenn du eh immer noch so viel Zeit hast …
    Dein Plus: Ein Hauch Bewegung, hinterher noch mehr Sonnenlicht in der Bude (hallo Nachbarn!) und das tolle Gefühl, den inneren Schweinehund überwunden zu haben.

  2. Entrümpeln auf echtem Profi-Level: Geh mal deine Ordner durch mit dem ganzen Verwaltungskram und schmeiß das Papierzeug weg, das sich über die Jahre angesammelt hat. Das erleichtert den nächsten Umzug, versprochen. Und vielleicht hast du plötzlich einen Hauch mehr Platz in diesem einen Regal, in das eine Star Wars Figur oder eine Kerze schon immer sehr dekorativ ausgesehen hätte. 
  3. Gegen die Grübelei: Es gibt Malen nach Zahlen für Erwachsene, Motive freikratzen oder Puzzle mit echt schicken Motiven. Wenn du deine schon durch hast, geh sie bei Freunden und Arbeitskolleg:innen eintauschen. Die Arbeit, Farben und Formen miteinander zu verknüpfen hält den Kopf beschäftigt und du kannst zusehen, wie vor deinen Augen etwas Neues entsteht. Mittlerweile gibt es auch wirklich coole Motive; es muss also nicht die nächste Großstadt oder der verlassene Strand sein: Asterix & Obelix, Marvel, Star Wars, Herr der Ringe, Disney – es gibt eine mega Auswahl. 
    Dein Plus: Geht auch mit einer weiteren Person zusammen, Kommunikation hält sich dabei meist im Rahmen und doch ist man weniger allein. 

  4. Für gewünschte Grübelei: Spielt Black Stories oder ähnliche Ratespiele in einer Gruppe. Super unterhaltsam, bringt das Hirn auf Trab und es ist realtiv unabhängig von der Personenzahl, weil man einfach mehr als 1 Mensch sein muss. Ob nun digital (twitch?) oder leibhaftig. 
  5. Gegen die gähnende Leere im Kopf: Bring dir selbst etwas Neues bei. Vielleicht wolltest du schon immer mal Manga zeichnen lernen oder etwas Bestimmtes basteln – oder sogar coden in einer (neuen) Sprache? Oder mal wieder eine Runde Löten und dir ein fancy new toy für die Wohnung basteln, die Kabel deiner Anlage neu verlegen? Jetzt hast du Zeit dafür und dein Kopf freut sich mit Sicherheit über eine Herausforderung. Mach dir nicht zu viel Druck, schau, ob du externe Reize findest, die dich motivieren (bspw. neue/andere Stifte von Freunden leihen, es muss nicht immer der Neukauf sein). Disney hat übrigens eine Playlist mit Videos, mit denen du lernen kannst, die bekanntesten Charaktere selbst zu zeichnen. Dazu brauchst du nicht mehr als 1 Stift und 1 Blatt Papier. Oder die Wand deines Studi-Wohnheims 😉
  6. Gegen die kulinarische Eintönigkeit: Du wolltest schon immer mal Beef Wellington (Link zur Google-Suche, kein Affiliate) oder ein Shepherds Pie zubereiten? Das Gute ist ja, dass in den Lockdowns die Lebensmittelläden weiterhin offen bleiben, Klopapier sei Dank – natürlich hoffen wir auch, dass es einfach keinen Lockdown mehr geben wird. Während die Menschen mit Bunkermentalität eher auf Konserven setzen, kannst du dich mit frischen Zutaten eindecken – sofern natürlich nichts dagegen spricht, dass du dich in die Öffentlichkeit begibst, bitte schätz das Risiko lieber vorsichtig als zu optimistisch ein. Andernfalls kannst du natürlich auch aus eingemachten Produkten etwas nach einem neuen Rezept zubereiten.
    Dein Plus: Wenn die Welt schon stillhält, dann fordere dich selbst heraus! Probier Sachen, die du noch nie gegessen hast. Oder geh deine Vorräte durch und arbeite endlich den Buchweizen auf, den du dir vor 2 Jahren ganz optimistisch im dm geholt hast. Pro-Tipp: Wenn du ältere Nachbarn hast, informiere sie über mögliche Lieferservices von Supermärkten oder geh für sie einkaufen, wenn du selbst den Weg in die Außenwelt gehst. Das ist auch nach fast 2 Jahren Pandemie oft unbekannt oder die Hemmschwelle zu hoch, weil ältere Mitbürger:innen meist Angst davor haben, jemanden zur Last zur fallen oder digital nicht ganz fit sind. Glorreiches Resultat der Leistungsgesellschaft, tbh. Außerdem: Reste lassen sich meist einfrieren. Damit kannst du dann auch Vorräte für später anlegen.

  7. Dein Berufseinstieg steht bevor? Mach dir keine Sorgen, die meisten Unternehmen haben ihre Recruitingprozesse digitalisiert. Wenn du erst einmal ganz lose unterwegs bist, such dir doch mal in unseren Karrierenetzwerken einige Artikel heraus und lerne die Unternehmen so aus sicherer Distanz kennen. Hier gehts zur Übersicht, im Menü kannst du gezielt unter Data Science, Cyber Security, Female Engineering, öffentliche Arbeitgeber und mehr wählen. 
  8. Gegen die Einschränkung der Bewegungsfreiheit: Mittels Apps oder einschlägig bekannten Videoplattformen kannst du dir durchaus ein kleines Heim-Training zusammenstellen und auf dem Zimmerboden mit Liegestütz & Co deine Energie sinnvoll verbrauchen und etwas wohltuende Müdigkeit in deinen Körper bringen. So geht dein bisheriger Fitnesslevel nicht ganz verloren, bis die Studios wieder öffnen. Vielleicht findest du ja so auch überhaupt erst den Weg ins Fitness 🙂 Oder: Du lernst Tanzen, ob nun mit oder ohne Partner. Beim Training im Fitnessstudio bitte an die Regeln halten und nicht der A*rsch sein, der eben nichts desinfiziert. Arschschweiß is real. 

  9. Gegen die „Das wollte ich schon lang mal wieder machen“-Gamer-Stimmung: Was bietet sich denn in Quarantäne besser an, als die liebsten Konsolen- oder PC-Games einmal komplett durchzuspielen (sofern möglich)? Zum Glück lässt sich ja auch vieles digital kaufen – somit gibt es einen fast unendlichen Quell an Spielen und der Freude sind kaum Grenzen gesetzt. Vielleicht hat auch jemand noch eine Wii-Konsole angestaubt rumstehen und kann nun ein Revival der Fitnessspiele feiern und damit sogar Spiel, Sport und Geselligkeit mit den Mitbewohnern verknüpfen.
    Dein Plus: Die Einsamkeit lässt sich über Multiplayer Games vermeiden – bei der Kommunikation wird auf jeden Fall genug Abstand gehalten.

  10. Gegen den puren Stillstand: Wie könntest du deine Situation noch langweiliger machen?
    Schreibe einen Brief an dein zukünftiges Ich und spekuliere, was in ein paar Wochen, Monaten oder Jahren passieren könnte. Oder ganz groß im Kommen: Sortiere dein Bücherregal nach der Größe deiner Bücher, um sie danach nach Alphabet zu sortieren und beachte um Himmels Willen die Farbe! Just kidding. Auch andere Dinge lassen sich sortieren: DVDs nach deinem Lieblingsschauspieler, CDs nach deinen Lieblingssongs, Getränke nach Alkoholgehalt etc. Manche Dinge werden vielleicht auch schwierig, wenn Musik zum Beispiel nur noch digital verfügbar ist. Dann kann man aber eine neue Playlist erstellen und diese nach der besten Abspiel-Reihenfolge sortieren. Ein Sonntagsmorgenchillmix gefällig?
    Dein Plus: Du hast endlich wieder etwas mehr von der Ordnung in deinem Leben, die du „als Erwachsener“ schon lang mal wieder haben wolltest. Und gut aufgestellte Regale sind allemal instagrammable.

  11. Gegen zu volle Wohnungen: Wenn du alles sortiert hast, entscheide, was du eventuell bei online bei Kleinanzeigen veröffentlichen könntest. Anschließend kannst du dich natürlich auch mal an dein Kellerabteil machen oder an Pläne, deine Wohnung neu zu gestalten. Lampen, neue Bilder an der Wand (eigene Fotos entwickeln?). Selbst wenn du kein Deko-Fan bist: Dein Zuhause nach deinen Wünschen umzugestalten, ist auch self-care. 
  12. Gegen die kalte Jahreszeit: Hast du einen Garten, Balkon oder ein gut nutzbares Fensterbrett? Dann bring den Garten auf Vordermann und plane deine Bepflanzung 2022 im Detail mit sorgfältiger Onlinerecherche – welche Pflanze braucht wie viel Licht? Wie viel Wasser? Welche hassen andere Pflanzenarten besonders stark? Oder hast du noch Erde im Keller? Dann topf deine alten Pflanzen mal um, die freuen sich auch über ein neues Zuhause. Leg dir auch Terminerinnerungen im Kalender an, wann welche Aussaat zu tätigen ist. Du hast es im Griff 🙂
    Dein Plus: Wenn alles vorbei ist, kannst du sofort in den Baumarkt/das Gartencenter deiner Wahl und im Sommer hast du Blüten oder Nutzpflanzen zur Hand. Coole Sache!

  13. Gegen die mediale Eintönigkeit: Netflix hat viele internationale Serien, die man sich mal zu Gemüte führen könnte, sicher. Verlass deinen Algorithmus und schau einfach mal einen Film, der es nie auf deine Liste geschafft hätte. Oder lass dir ein Hörbuch vorlesen. 
    Dein Plus: Tausch dich mit Gleichgesinnten online zum Gehörten aus, bewerte mit Sternchen und sorge so dafür, dass Qualität sich durchsetzt. 

Diese mehr als 10 Tipps gegen Langeweile sind zwar nice, aber du hast noch einen ultimativen Tipp, den du mit anderen Lesern teilen möchtest? Schreib ihn uns an lagerkoller@hitech-campus.de!

Für die ganz Harten geht es noch weiter: 

  1. Mach deine Steuererklärung – jedes Jahr erneut, juhu! Das Finanzamt arbeitet weiter und jede noch so kleine Rückzahlung kannst du in dich investieren, ob das nun eine digitale Weiterbildung oder ein massiver Eisbecher sein sollte. Überleg, ob es nicht langsam Zeit für Altersvorsorge wird – auch 10 Euro im Monat können sich langfristig gut entwickeln! Sammel deine Belege frühzeitig ein, damit du alles zur Hand hast, dann geht die eigentliche Erklärung recht fix. 
  2. Lad deine Handybilder 2020 oder 2021 auf den Laptop rüber und geh durch, welche du als Fotobuch oder lose entwickelt haben möchtest. So erlebst du deine schönsten Erinnerungen gleich noch mal. Und dir wird klar, dass es doch einige schöne Momente gab – und wieder geben wird, mit und ohne C19. 

Text von Bettina Riedel & Franziska Huber.

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