Vier Unternehmen aus Sicherheitstechnik und Verteidigung sagen, welche Kompetenzen Einsteiger brauchen, wenn KI in sicherheitskritische Systeme einzieht.

Ein Bauteil oder eine Software sei nie isoliert zu betrachten, verlangt Rheinmetall sinngemäß als Systemverständnis. Rohde & Schwarz verweist auf Datenqualität und den EU AI Act. VINCORION fordert, dass nachvollziehbar bleibt, was eine KI tut.
Was du wissen solltest
- Kritisch bewerten: VINCORION sieht Urteilsvermögen zunehmend wichtiger werden. Ergebnisse von KI sollen auf Plausibilität geprüft werden, weil reine Routine mit Tools nicht genügt.
- Systemdenken: Bei ARX Robotics zählt, komplexe Systeme ganzheitlich zu verstehen. Rheinmetall ergänzt, dass ein Bauteil oder eine Softwarefunktion immer als Teil des Gesamtsystems betrachtet werden muss.
- Lernwille: Rohde & Schwarz betont, dass Branchenwissen beim Einstieg nicht vollständig mitgebracht werden muss. Der Wille zu lernen darf laut Rheinmetall mit dem Abschluss nicht enden.
Die vier Antworten zeigen eine gemeinsame Linie: Ergebnisse von KI zählen erst, wenn sie im Gesamtsystem funktionieren und nachvollziehbar sind. ARX Robotics sucht die Breite technischer Felder, VINCORION Hybridprofile, Rohde & Schwarz KI-Rollen, Rheinmetall Gestaltungsspielraum. Alle Aussagen sind Selbstauskünfte der Unternehmen.
Kritisch prüfen und erklärbar integrieren
ein Rheinmetall Sprecher sagt: „Es reicht nicht aus, KI-Tools ausschließlich bedienen zu können“. Wichtig sei, Ergebnisse „kritisch zu hinterfragen und einzuordnen“ sowie eine „erklärbare und robuste Integration der Ergebnisse in die Systeme“ zu gewährleisten.
Nina Römhild, Vice President Human Resources VINCORION beschreibt: „Reines Faktenwissen verliert zwar nicht an Gewicht, aber Urteilsvermögen gewinnt zunehmend.“ Mitarbeitende sollen KI-Ergebnisse auf Plausibilität prüfen, Fehler erkennen und weiterentwickeln. Gesucht seien Hybridprofile, etwa aus Elektrotechnik oder Mechatronik mit Verständnis für Daten und Modelle.
Sicherheit verlangt Nachvollziehbarkeit
VINCORION betont, dass in sicherheitskritischen Systemen nachvollziehbar sein muss, was eine KI tut. Das Unternehmen arbeitet mit sensiblen Daten in geschützten Umgebungen. Deshalb brauche es ein solides Grundverständnis, „nicht nur Routine mit frei verfügbaren Tools“.
Rohde & Schwarz nennt Datenqualität, eine verantwortungsvolle Gestaltung von KI und regulatorische Anforderungen wie den EU AI Act als Themen, die an Gewicht gewinnen. ARX Robotics erwartet Schwerpunkte in funktionaler Sicherheit, Robotik, autonomen Systemen und Systemintegration.
Einstieg mit Lernbereitschaft
ARX Robotics beschreibt sich als junges, stark wachsendes Unternehmen, in dem Einsteiger früh Verantwortung übernehmen können. Das Unternehmen sagt: „Noch wichtiger sind für uns aber die menschlichen Fähigkeiten und Eigenschaften“, etwa analytisches Denken, Kreativität und Verantwortungsbewusstsein.
Rohde & Schwarz nennt analytisches Denken, Neugier und die Fähigkeit, komplexe Zusammenhänge so zu erklären, dass Engineering und Fachbereiche sie verstehen. Das Unternehmen formuliert es so: „Dieses Branchenwissen muss beim Einstieg aber niemand vollständig mitbringen“.
Was Einsteiger daraus mitnehmen
Wer sich vorbereitet, sollte Systeme als Ganzes betrachten und Ergebnisse gegen Quellen und Fachwissen prüfen. Die Unternehmen erwarten keine vollständige Vorbildung in der Rüstung, wohl aber die Bereitschaft, sich einzuarbeiten und Verantwortung für Ergebnisse zu übernehmen. VINCORION bringt es auf den Punkt: „Physik lässt sich nicht prompten.“
Häufige Fragen zum Einstieg in die Rüstungs- und Sicherheitsbranche
Muss ich Vorwissen zur Rüstung mitbringen?
Nicht vollständig. Laut Rohde & Schwarz lernt man vieles davon im Job und im Austausch mit erfahrenen Kolleginnen und Kollegen.
Welche Fachrichtungen sucht ARX Robotics?
Ingenieurinnen und Ingenieure mit Schwerpunkten in Robotik, autonomen Systemen, Softwareentwicklung, Systemintegration, funktionaler Sicherheit und künstlicher Intelligenz.
Welche Rolle spielt der EU AI Act?
Rohde & Schwarz nennt regulatorische Anforderungen wie den EU AI Act als Thema, das in sicherheitsrelevanten Umfeldern spürbar an Bedeutung gewinnt.