Gaming: Nicht nur Hobby, auch Beruf!

Die Games-Branche gilt als einer der kreativsten, innovativsten und am schnellsten wachsenden Bereiche, in dem man arbeiten kann. Doch wie sieht die Arbeit in der Spiele-Branche aus? Was braucht es von der ersten Spiel-Idee bis zum fertigen Titel? Und vor allem: Wie divers ist die Branche? Darüber haben wir mit Christoph Plewe gesprochen, Referent für Talent und Services beim Branchenverband game. 

Herr Plewe, was macht die Arbeit als ITler:in, respektive Programmierer:in mit Grafik-Add-on in der Gaming-Branche so faszinierend?
Der Entwicklungsprozess eines Computer- und Videospiels ist unglaublich facettenreich. Hier müssen viele Bereiche Hand in Hand gehen, um ein immersives Spielerlebnis zu gestalten. So werden die Geschichten von Autorinnen und Autoren geschrieben, ihre Spielmechanik wird von Game-Designern erdacht und durch Grafik-, Animations- und Sound-Design werden die digitalen Welten zum Leben erweckt. Für IT-Absolventinnen und -Absolventen gibt es in der Games-Branche eine Vielzahl von spannenden Betätigungsfeldern. Etwa den Beruf des Programmierers beziehungsweise der Programmiererin. Darüber hinaus können sie als Technical Artists arbeiten. Sie sind dann die Schnittstelle zwischen dem Kreativteam und den Programmierern und stellen sozusagen die technische Basis zum Entwickeln eines Spiels bereit. Doch auch im Bereich Systemintegration, Daten- und Prozessanalyse oder im Digitalisierungsmanagement werden immer wieder Mitarbeitende in der Games-Branche gesucht.

Wie hoch ist der kommunikative Anteil der IT-Arbeit im Gaming? Bei so vielen Interessensgruppen kommt es sicher leicht zu gegenläufigen Meinungen oder Zielen innerhalb eines Teams.
Kommunikation ist in der gesamten Games-Branche von hoher Bedeutung. Das betrifft nicht nur die Marketing- und Sales-Teams, sondern alle Bereiche. Kommunikation ist sozusagen die Basis eines jeden Spiels, denn um aus einer Spiel-Idee einen fertigen Titel zu entwickeln, braucht es vor allem eins: Abstimmung. Was ist das Ziel des Spiels? Was ist technisch umsetzbar? Wie lange werden einzelne Arbeitsschritte brauchen? Um all das zu klären, müssen sich die Mitarbeitenden stets untereinander austauschen. Und das betrifft auch die IT-Arbeit.       

Muss man selbst Gamer sein, um die Motivation der zukünftigen Kunden auf höchstem Level zu verstehen?
Es hilft sicherlich an der einen oder anderen Stelle, selbst ein Spiele-Fan zu sein, doch zwingend notwendig ist es nicht. Denn zum einen hängt es auch von dem Bereich ab, in dem man arbeiten will; nicht für alle Positionen muss man tief verwurzelt sein in der Spielekultur. Zum anderen ist es nie zu spät, mit dem Gaming anzufangen und selbst noch leidenschaftliche Gamerin oder Gamer zu werden.

Christoph Plewe, Karriere in der Game-IT

Christoph Plewe, Referent für Talent und Services beim Branchenverband game. Bild: Dirk Mathesius

Kann man Ihrer Meinung nach also als ITler:in, aber ohne Gaming- Know-how einsteigen?
Wer sich als IT-Absolventin oder -Absolvent für einen Job in der Games-Branche entscheidet, muss nicht unbedingt Gaming-Know-how haben. In etlichen Bereichen der Games-Branche kommt es zum Beispiel auch auf Kreativität oder interkulturelle Kompetenzen an. In vielen Jobs der Branche wird analytisches Denken gebraucht, um erkennen zu können, wie eine Zielgruppe oder Community aussieht und welche Bedürfnisse sie hat. Ebenso sind Eigenschaften wie Engagement, Einfallsreichtum, Problemlösungs-, Team- und Fremdsprachenkenntnisse gefragt. Da die Games-Branche sehr international orientiert ist, ist die Arbeitssprache auch in deutschen Studios überwiegend Englisch.

Worauf sollten Ihrer Meinung nach insbesondere junge Frauen beim Berufseinstieg in die Gaming-Branche achten? Gibt es Unternehmen, die Ihnen als positiv in Sachen Diversity bekannt sind?
Es gab wohl noch nie eine bessere Zeit, um als junge Frau in die Games-Branche einzusteigen: Viele Games-Unternehmen suchen nämlich ganz gezielt nach weiblichen Fachkräften, um ihre Belegschaft zu diversifizieren. Und ein Blick in die aktuellen Jahrgänge der Hochschulen zeigt auch, dass der Anteil von Frauen in der Spiele-Entwicklung in den kommenden Jahren zunehmen wird. Wer sich als Frau mehr über die Spiele-Branche als Arbeitsplatz informieren will, findet dazu viele großartige Formate wie das devcom Women’s Networking Breakfast, die FemDevMeetups oder die Womenize. Hier vernetzen sich die Teilnehmenden untereinander, stehen mit Rat und Tat zur Seite und helfen auch gerne beim Einstieg in die Branche. Wer sich noch weitergehend über das Engagement der deutschen Games-Branche im Bereich Diversität informieren will, findet zum einen schöne Beispiele in dem Diversity Guide des game. Zum anderen kann man sich die Liste der Unterzeichnenden der „Hier spielt Vielfalt“-Initiative ansehen, die mit ihrer Unterschrift für die definierten Werte einstehen.


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