Forschung, Recht und Management: So unterschiedlich lernen Studierende Cybersicherheit kennen
Cybersicherheit ist mehr als Technik. Wer sich im Studium damit beschäftigt, lernt auch, wie Forschung, Recht und Management zusammenspielen. Die Hochschulen setzen dabei unterschiedliche Schwerpunkte: Manche legen den Fokus auf praktische Übungen an komplexen Systemen, andere auf die Verbindung von menschlichen Faktoren und Management. Einige Programme stehen auch Studierenden ohne Informatik-Hintergrund offen. Vier Hochschulen zeigen, wie das im Masterstudium aussieht.
Cybersecurity Master an der HDBW – Hochschule der Bayerischen Wirtschaft für angewandte Wissenschaften: Technik und Management
Prof. Dr. Jianmin Chen, Professur für Cyber Security über den M.Sc. Cyber Security:
Von Anfang an waren wir überzeugt, dass ein Masterstudium in Cybersicherheit kein zusätzliches Informatikstudium mit Vertiefung sein sollte. Vielmehr stehen die vielfältigen Aspekte der Cybersicherheit in ihrer praktischen Anwendung im Fokus. Dabei sind grundlegende Fertigkeiten – von Kommandozeilenbefehlen bis hin zur Beherrschung automatischer Überwachungstools – ebenso wichtig wie die Einbettung von Cybersecurity in den Produktlebenszyklus und rechtliche Aspekte. Intensive praktische Übungen an komplexen Systemen bereiten die Studierenden auf ihren späteren beruflichen Einsatz vor. Der Studiengang steht allen MINT-Studierenden offen, die Interesse und Neugier mitbringen, denn Cybersecurity ist ein kontinuierlicher Lernprozess. Im Masterstudium vertiefen wir dann systematisch Themen wie Threat- und Risk-Assessment, Security Operations und vieles mehr. Zurzeit haben wir eine Auswahl an technischen Schwerpunkten im Kursangebot. Studierende mit Management-Interesse können dies bei der Masterarbeit intensiv verfolgen.
Master International Security Management an der HWR Berlin: Recht, Technik und Gesellschaftswissenschaften
Prof. Dr. Jan Dirk Roggenkamp, Professur für Öffentliches Recht, IT-Sicherheit und Datenschutzrecht über den M.Sc. International Security Management:
An der HWR Berlin bieten wir mehrere Studiengänge im Bereich Sicherheitsmanagement an: den Bachelor Sicherheitsmanagement, den englischsprachigen Vollzeit-Masterstudiengang International Security Management (ISM) und den berufsbegleitenden Master Sicherheitsmanagement. In allen drei setzen sich die Studierenden mit rechtlichen und technischen, aber genauso mit soziologischen und politikwissenschaftlichen Aspekten von IT-Sicherheit auseinander. Der Fokus liegt dabei nicht allein auf IT-Sicherheit. Die Studiengänge decken das Feld Sicherheitsmanagement in seiner ganzen Breite ab, also auch Kriminologie, Wirtschaft, Politikwissenschaft und allgemeines Recht. Studierende, auch ohne MINT-Hintergrund, bekommen dadurch ein Verständnis für das Konfliktfeld Sicherheit, das deutlich über technisches Know-how hinausgeht.
Master Sociotechnical Cybersecurity oder Cyber Security Engineer an der Technischen Hochschule Ingolstadt: Wirtschaft und Forschungsaktivität
Prof. Dr. Hans-Joachim Hof, Professur für IT-Sicherheit, Leiter INSicherheit über den M.Sc. Sociotechnical Cybersecurity:
Das Studieren an einer forschungsaktiven Hochschule hat den Vorteil, dass die dortigen Labore meist hervorragend und sehr aktuell ausgestattet sind und dass aktuellste Ergebnisse aus der Forschung gelehrt werden und nicht nur Fachbuchwissen, welches den wissenschaftlichen Erkenntnissen gerne einmal 3-5 Jahre nachhinkt.
Der Masterstudiengang Sociotechnical Cybersecurity legt den Schwerpunkt auf die Verbindung von menschlichen Faktoren mit dem Management von Security und Security für Spezialthemen wie Automotive Cybersecurity, IoT Security, Industrial Security und HealthCare Security. Der Master eignet sich für alle, die im Bachelorabschluss bereits IT-Sicherheit behandelt haben, sei es in einem technischen Cybersecurity Bachelor oder in einem Informatikstudium mit Grundlagen zur Cybersicherheit.
Der Master Cyber Security Engineer richtet sich an Studierende, die bereits in der Wirtschaft tätig sind und sich im Bereich Security Engineering vertiefen wollen. Besondere Schmankerl in diesem Studiengang sind die Exkurse zu Recht und Cybersicherheit sowie KI Security. Beide Themen haben für den Berufsalltag aktuell eine große Bedeutung.
Master Internet Sicherheit an der Westfälischen Hochschule: Forschungsprojekte und MINT-Fokus
Prof. Dr. Norbert Pohlmann, Professur für Informatik / Institutsleiter Institut für Internet-Sicherheit (if(is)) über den M.Sc. Internet-Sicherheit:
Der Master Internet-Sicherheit vermittelt den Studierenden den aktuellen Stand von Technik und Wissenschaft im Bereich Cybersicherheit. Zudem legen wir großen Wert darauf, dass die Studierenden die Kompetenz entwickeln, das Gelernte sehr gut zu präsentieren und ihr Wissen souverän in Fachdiskussionen einzubringen.
Darüber hinaus bieten wir den Studierenden in Seminaren, Projekten und wissenschaftlichen Vertiefungen viele Gelegenheiten, eigenständig neue Themen im Bereich Cybersecurity auf verschiedenen Ebenen zu erarbeiten. Dies können sie alleine oder in Arbeitsgruppen tun, aber auch in den Forschungsprojekten, die kontinuierlich am Institut für Internet-Sicherheit umgesetzt werden.
Häufige Fragen
Gibt es einen Cybersecurity-Master berufsbegleitend?
Der Master Cyber Security Engineer an der Technischen Hochschule Ingolstadt richtet sich an Studierende, die bereits in der Wirtschaft tätig sind. Die HWR Berlin bietet einen berufsbegleitenden Master Sicherheitsmanagement an.
Gibt es einen Cybersecurity-Master mit Rechtsbezug?
An der Technischen Hochschule Ingolstadt gehören Exkurse zu Recht und Cybersicherheit zum Studium. Die HDBW nennt rechtliche Aspekte neben der Einbettung von Cybersecurity in den Produktlebenszyklus. An der HWR Berlin setzen sich Studierende mit rechtlichen und technischen Aspekten von IT-Sicherheit auseinander.
Welche Kompetenzen lernt man im Cybersecurity-Master?
Das ist von Hochschule zu Hochschule anders. An der HDBW reichen die grundlegenden Fertigkeiten von Kommandozeilenbefehlen bis zur Beherrschung automatischer Überwachungstools, dazu kommen intensive praktische Übungen an komplexen Systemen. Die Westfälische Hochschule legt Wert darauf, dass Studierende das Gelernte gut präsentieren und souverän in Fachdiskussionen einbringen.
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