Von Frei-Days & Hackathons

Frauen in der IT? Die IT-Branche boomt, doch vor dem Computer findet man oft nur Männer. Viele Frauen kennen nur die Vorurteile gegenüber der IT oder trauen sich ein solches Studium nicht zu. Stefanie Reinicke hat es trotzdem durchgezogen – und ist danach erfolgreich beim IT-Dienstleister iteratec eingestiegen. Ein Erfahrungsbericht.

In meinem Studium, IT-Systems Engineering am Hasso-Plattner-Institut Potsdam (HPI), kamen auf neun Stu­denten nur eine einzige Frau. Vielleicht lag das ,damals’ noch am falschen Verständnis von IT bei Frau­en. Zuvor habe ich mich auch gefragt: Hat Informatik nur mit Programmieren zu tun? Werden mir die Vorurteile gegenüber Frauen in der IT im Weg stehen?

Softwareentwicklung wird nicht nur am HPI als Ingenieurs-Disziplin verstanden, um komplexe Software-Projekte umzusetzen. Eine wichtige Kernkompetenz von Software-Ingenieuren ist die Kommunikation von Software-Systemen und -Archi­tektur mittels Modellierung. Daneben brauchen sie breites Grundlagenwissen, ein Gefühl für guten Code und vor allem auch Soft Skills. Auf die Anwendung dieser Fähigkeiten musste ich nicht lange warten, als ich 2013 bei der iteratec GmbH in Hamburg als Software-Ingenieurin eingestie­gen bin.

In meinem aktuellen Projekt entwickeln wir im Team eine Webanwendung für einen Logistik-Kunden. Da wir nach einer agilen Entwicklungsmethodik vorgehen, erstelle ich User Stories und stimme diese mit dem Kunden ab. Diese Aufgabe erfordert Neugier, Empathiefähigkeit, analytisches Denken sowie Kommunikations­fähigkeit und ein Verständnis der techni­schen Zusammenhänge. Dabei wollen wir nicht das umsetzen, was sich der Kunde wünscht, sondern das, was er braucht. Dazu haben wir auch ein User-Experience-Lab durchgeführt, bei dem wir Anwender bei der Nutzung unserer Software beo­bachtet haben. Das finde ich besonders spannend, da ich mich auch für die psychologischen Aspekte der Informatik inter­essiere.

Weiterbildung ist wichtig, denn IT-Technologien entwickeln sich ständig weiter

Ein anderer Aufgabenbereich ist natürlich die Entwicklung selbst, die einen Großteil meiner Zeit beansprucht. Wir setzen hier auf moderne, erprobte Technologien wie Java, spring-boot und AngularJS. Dreh- und Angelpunkt der Teamzusammenarbeit ist das tägliche Stand-Up-Meeting und unser Board, auf dem stets der Fort­schritt der Entwicklungsaufgaben ersich­t­lich ist. So ist eine Story erst fertig ent­­wickelt, wenn wir die automatisierten Tests geschrieben und die Funktionen manuell geprüft haben.

Kontinuierliche Weiterbildung ist wichtig, denn Technologien und Methoden in der Informatik entwickeln sich ständig weiter. Dafür gibt es bei iteratec unter anderem den Innovation Frei-Day. Dabei können wir ohne bürokratischen Aufwand eigene kleine Projekte starten, um zum Beispiel mit neuen Technologien und Frameworks Erfahrungen zu sammeln. Oder wir machen einen iterathon – einen Hack­athon, bei dem wir an einem Tag versuchen, eine coole Idee umzusetzen. Dabei habe ich beispielsweise mit einer Google Glass experimentiert.

Daneben führen wir auch Studentenprojekte zusammen mit der Uni Hamburg durch. Ich stimme dafür Projekt­themen zwischen iteratec und der Uni ab. Im letz­ten Semester habe ich ein Team betreut, das eine Augmented Reality-App ent­wickelt hat. Dabei habe ich Design Thinking als Innovationsmethode eingesetzt. Die Arbeit bei einem kleinen IT-Dienst­leister mit rund 250 Mitarbeitern, davon etwa 35 in Hamburg, bietet mir als Gene­ralistin den Vorteil, dass ich in sehr unterschiedlichen Kundenumfeldern und Aufgabenbereichen Erfahrungen sammeln kann. Je nach Projekt sind ganz andere technische oder methodische Kompetenzen gefragt, und ich werde es nicht müde, etwas Neues zu lernen. Dieses Umfeld finde ich bei iteratec.

Zehn Jahre nach meinem Einstieg in die Welt der Informatik kann ich sagen: IT hat auch mit Programmieren zu tun; Verständnis von IT-Systemen und das nötige Handwerkzeug sind die Basis. Aber es gibt sehr unterschiedliche Rollen und weitere wichtige Kompetenzbereiche. Die Chancen sind groß, in dieser Branche einen Job zu finden, der zu den eigenen Stärken passt. Das gilt meiner Meinung nach für Frauen und Männer gleichermaßen. Nur bei den Frauen hat es sich vielleicht noch nicht herumgesprochen. Daran möchte ich hiermit etwas ändern, damit IT-Spezialistinnen nicht mehr begründen müssen, warum sie ihren Beruf trotz ihres Geschlechts gewählt haben.


Weitere Informationen auch unter iteratec.de

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