Als Wirtschaftsmathematikerin in unterschiedlichste Branchen eintauchen

In den Bereichen Steuerberatung, Wirtschaftsprüfung, Strategy and Transactions sowie Consulting gehört EY zu den führenden Unternehmen weltweit. Wir haben mit Jana Kirschner über ihre Aufgaben und Herausforderungen bei EY gesprochen und darüber, wie es sich in einem so großen Unternehmen arbeitet.

Jana, du bist seit 2019 bei EY tätig: Erzähl uns doch ein wenig von deinem Werdegang und wie du es geschafft hast, bei einem der weltweit größten Prüfungs- und Beratungsunternehmen zu landen.
Ich habe Wirtschaftsmathematik in Ulm studiert. Mathe lag mir immer schon und die Kombination mit Wirtschaft hat mir gefallen, weil mir das etwas lebensnäher erschien. Im Master hat mein jetziges EY-Team einen Vortrag zu „Mathe in der Beratung“ gehalten, der mich neugierig gemacht hat. Vor allem haben die drei Vortragenden einen sehr positiven Eindruck auf mich gemacht und weniger dem Klischee entsprochen, das ich von einem Berater oder einer Beraterin zuvor im Kopf hatte. Ich habe dann zunächst noch ein Jahr in Shanghai studiert. Zum Ende des Masterstudiums erinnerte ich mich an den Vortrag und schrieb einem der Vortragenden in einem Online-Karrierenetzwerk, dass ich Interesse an einem Einstieg bei EY hätte. Nach einem kurzen Austausch zu Lebenslauf et cetera haben wir bereits ein Vorstellungsgespräch geführt – online, da ich noch in Shanghai war – und nach meiner Rückkehr habe ich bei EY angefangen.

Was genau machst du als Teil des Quantitative and Analytics Service Teams und wie sehen typischerweise Projekte in deinem Job aus?
Ich arbeite sowohl in der Beratung als auch in der Prüfung. Unser Fokus liegt primär auf mathematischen Fragestellungen. Wir suchen neue Lösungen für unsere Kund:innen, verbessern Modelle und entwickeln neue. Eine meiner Aufgaben in der Beratung ist es zum Beispiel, Modelle im Bereich Kreditrisiko zu erstellen und zu validieren, die beispielsweise die Ausfallwahrscheinlichkeit von Bankkund:innen schätzen. In der Prüfung geht es um Themen wie zum Beispiel die Dokumentensichtung und das Hinterfragen von Modellannahmen sowie um die Suche nach Fehlern. Dieser Bereich eignet sich hervorragend, um schnell sehr viel zu lernen und Einblicke in verschiedene Modellansätze zu bekommen.


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An welchem Projekt arbeitest du zurzeit? Was sind dabei die besonderen Herausforderungen?
Momentan arbeite ich auf einem agilen Projekt, bei dem wir die Validierung des Zins- und Liquiditätsrisikos automatisieren, so dass am Ende bestimmte Ergebnisse, wie zum Beispiel Reportings, automatisiert erstellt werden. Hier stehen wir zahlreichen Herausforderungen gegenüber. Das ist zum einen die richtige Zeitplanung und Einschätzung von Aufwänden. Oft ist es so, dass man eine Analyse sehr schnell programmiert, aber dann mit einem Bug oder einer Kleinigkeit sehr lange beschäftigt ist. Da hilft die „Sprint“-Struktur aus dem agilen Arbeiten, durch die man sich etappenweise in einem Projekt vorarbeitet. Und natürlich hält auch die Corona-Pandemie einige Herausforderungen für uns bereit. So habe ich unsere Mandant:innen, mit denen ich jetzt seit knapp vier Monaten zusammenarbeite, noch nicht persönlich getroffen, was ich schade finde. Die digitale Zusammenarbeit klappt aber sehr gut.

EY arbeitet global mit Unternehmen aus verschiedensten Branchen und Industrien zusammen. Wie schnell musst du dich im Alltag in völlig neue Felder einarbeiten und wie bereitest du dich auf neue Mandant:innen vor?
Manchmal von einem Tag auf den anderen. Genau diese ständig wechselnden Themen machen den Reiz der Arbeit bei EY aus. Bevor sich eine Routine einstellen kann, kommt schon die nächste Herausforderung und neue Themenfelder. Dadurch wird es nie langweilig und man lernt sehr schnell. Meine Vorbereitung ist ebenfalls vielseitig: Ich lese mich in das Thema ein und frage Kolleg:innen, die sich damit schon beschäftigt haben oder – falls möglich – schon auf dem Projekt gearbeitet haben.

Unternehmensberatungen haben den Ruf, hohe Anforderungen an ihre Mitarbeitenden zu stellen. Ihr arbeitet mit den Führungsriegen großer Konzerne zusammen und seid global unterwegs. Gelingt da eine angenehme Team-Atmosphäre?
In unserem Team sind die Leute einfach cool. Unsere Führungskräfte achten bei der Einstellung neuer Kolleg:innen darauf, dass die Person gut ins Team passt.  Zudem ist unser Team mit etwa vierzig Personen in Deutschland nicht so groß. Die internationale Zusammenarbeit hat mir allerdings gezeigt, dass diese Stimmung auch über die Grenzen unseres Teams hinaus vorhanden ist. 

Jana Kirschner: mit Wirtschaftsmathe ins Consulting

Jana Kirschner stieg nach ihrem Wirtschaftsmathe-Studium bei EY ins Consulting ein.

Du bist in einem der sehr gefragten MINT-Berufe tätig. Wie nimmst du diesen Bereich wahr? Ist es immer noch schwieriger für sich dort als Frau durchzusetzen oder hat sich mittlerweile etwas getan?
Seit meinem Studium bin ich es gewöhnt, mehr Männer als Frauen um mich zu haben. Obwohl auch in meinem Team mehr Männer als Frauen sind, habe ich hier nicht den Eindruck, dass für mich als Frau irgendetwas schwieriger ist als für einen Mann. Mir helfen hier auch die weiblichen Vorbilder im direkten Umfeld. Ich war lange auf einem Projekt mit zwei Kolleginnen und einer Managerin. Das war mein erstes Projekt und es war schön von diesen Menschen zu lernen, wo die Reise hingehen kann.

Bei einem Mandanten hatte ich tatsächlich mal das Gefühl, dass er mich ernster nehmen würde, wenn ich männlich wäre. Das Schöne am MINT-Bereich ist aber, dass man in einer fachlichen Diskussion recht schnell seine Kompetenzen deutlich machen und den Fokus auf den Inhalt lenken kann. Insgesamt habe ich den Eindruck, dass sich hier insbesondere auch durch meine Generation ganz viel bewegt. EY unternimmt auch viel rund um Diversität und Inklusivität, da das Unternehmen von Vielfalt lebt. Die Teams funktionieren einfach besser, wenn die Teammitglieder unterschiedliche Hintergründe und Perspektiven einbringen.

Natürlich macht auch die schönste Karriere nur dann wirklich Spaß, wenn genügend Platz für eigene Ziele, Freizeit und Familie besteht. Wie erlebst du bei EY die Work-Life-Balance?
Persönlich mag ich den Begriff „Work-Life-Balance“ nicht. Ich lebe auch bei der Arbeit. Ich mache meine Arbeit gerne und treffe meine Kolleg:innen gerne. Mir geht es eher um den Ausgleich von dieser kognitiv sehr fordernden Arbeit zu Pausen, Entspannung und der Zeit, die ich mit Freund:innen und der Familie verbringe. Aber natürlich gibt es auch Situationen, in denen sich Überstunden nicht vermeiden lassen, dann mach ich es aber auch gerne und sorge im Anschluss für meinen Freizeitausgleich.

Unsere Leser:innen sind angehende Führungskräfte, Absolvent:innen und künftige Kolleg:innen in den MINT-Berufen. Zum Schluss also die Frage: Hast du einen oder zwei Tipps, wie der Sprung in die Traumkarriere gelingen kann?
Ich wusste weder in meinem Studium noch danach noch jetzt genau, was ich mir für eine Karriere wünsche und ich könnte mir vorstellen, dass es vielen ähnlich geht. Für mich war die Lösung, einfach mal mit etwas, das sich interessant anhört, zu beginnen und dann offen zu bleiben für neue Wege und Themen. Der Beratungssektor eignet sich sehr gut, in viele verschiedene Themenfelder und Unternehmen hineinzublicken und dabei den eigenen Weg zu finden.

Mehr zu EY und den vielfältigen Möglichkeiten, dort eine MINT-Karriere zu beginnen, findest du auf den Karriereseiten des Unternehmens.


Hier gibt es weitere Berichte von EY auf hitech-campus.de.

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