Wie wirke ich kompetenter?

Wie gut sind wir wirklich darin, die Kompetenz anderer wahrzunehmen? Viele Experimente zeigen: Der Großteil der Menschen ist darin schlecht. Oftmals, weil uns in den meisten Bereichen das notwendige Know-how fehlt. Ein mangelndes Sachverständnis hält uns jedoch nicht davon ab, Personen bezüglich ihrer angeblichen Qualifikation zu beurteilen. Das heißt aber auch: Bei der Einschätzung anderer gehen wir von der gefühlten und nicht von der wirklichen Kompetenz aus. Das Vorweisen echter Erfolge wird dadurch zweitrangig, daher wird wahre Kompetenz seltener erkannt, was zu einer unfairen Beurteilung führen kann.

Das ist zwar nicht zu ändern, kann aber zu unserem Vorteil genutzt werden. Unser Augenmerk sollte darauf liegen, einen qualifizierten Eindruck via „Impression Management“ zu erwecken. Wenn wir kompetenter wirken, werden wir auch anders behandelt. Dadurch wird wiederum unser Selbstbewusstsein gestärkt und letztendlich unsere tatsächliche Kompetenz gesteigert.

Bill Gates wurde schließlich nicht reich, weil er während seiner ersten Verhandlungen besonders genügsam wirkte, sondern weil er durch ein übersteigertes Selbstvertrauen Kompetenz vermitteln konnte. Dabei verkaufte er IBM ein Betriebssystem, das noch nicht fertiggestellt war und lieferte dann ein improvisiertes, teilweise abgekupfertes Produkt. Trotzdem wurde seine neue Software installiert und seine Erfolgsgeschichte begann.

Dieses Beispiel zeigt, dass Kompetenz so manches Mal eher anhand von Selbstsicherheit gemessen wird. Um so reich zu werden wie Bill Gates oder zumindest so kompetent zu wirken, solltest du versuchen, die folgenden Taktiken in deinen Arbeitsalltag zu integrieren.

Mittelmaß schlägt Risiko

Da die meisten Menschen Risiko vermeiden wollen, solltest du durch kompetentes Auftreten Sicherheit vermitteln. Obwohl Risiko auch einen größeren Gewinn bedeuten könnte, wählen viele Kollegen dennoch die sichere Variante, die meist eine Lösung mittlerer Qualität liefert. Diesen Grundsatz sollte man nicht erst beachten, wenn man bereits in einem Beruf tätig ist. Schon beim ersten Bewerbungsgespräch sollte darauf geachtet werden, nicht negativ aufzufallen – denn so könntest du in den Augen des Gesprächspartners in der Zusammenarbeit zum Risiko werden.

Selbstsicherheit ausstrahlen

Kompetenz wird dadurch gezeigt, dass eine ausgezeichnete Leistung vorhergesagt und dann erbracht wird. Ist dies nicht möglich, ist zuversichtliches Auftreten trotzdem ratsam. Psychologisch gesehen ist die eigentliche Substanz des Gesagten weniger wichtig als eine zuversichtliche Ausstrahlung. Diese kann vor einem Bewerbungsgespräch dadurch verbessert werden, dass du dir deine bisherigen Leistungen und Wertigkeit noch einmal vor Augen führst. Durch dieses „Priming“ strahlen Interessenten mehr Selbstvertrauen aus und bewirken bisweilen sogar eine Performancesteigerung bei sich. Im Job hieße das nichts anderes, als dass du die von dir in Aussicht gestellten Ergebnisse tatsächlich eher erreichen kannst.

Nachrichten richtig überbringen

Wenn du Nachrichten präsentierst, denke daran, dass deren Inhalt vor allem mit dir in Verbindung gebracht wird (don’t kill the messenger). Um möglichst viel aus einer guten Nachricht herauszuholen, solltest du bei deiner Präsentation das Folgende beachten:

  • Übermittel die Nachricht persönlich
  • Positioniere dich zentral, gut ausgeleuchtet und erhoben
  • Lass dir Zeit, gehe auf Details ein und nutze Gesten

Bei schlechten Nachrichten solltest du dich auf die positiven Aspekte (sofern vorhanden) konzentrieren. Genau wie bei positiven News wirst du mit den negativen assoziiert, wenn du sie persönlich überbringst. Ansonsten versuche dich im Hintergrund zu halten, denn im Vordergrund soll die Präsentation stehen, die rasch vorgetragen wird und so wenige Fragen wie möglich offen lässt – sonst zieht sich das Gespräch zu sehr in die Länge. Schlag am Ende versöhnliche Töne an, diese bleiben positiv im Gedächtnis.

„Competence Framing“

Schaff dir den optimalen Rahmen für deine Selbstdarstellung. Rückschläge im Leben und wie du sie bewältigt hast, belegen deine Kompetenz(en). Noch qualifizierter wirkst du jedoch, wenn du deine Ziele relativ mühelos erreichen konntest. Sprich hier nicht von Glück, sondern schreibe den Erfolg deinen Kompetenzen zu. Zeig keine Furcht vor den vor dir liegenden Aufgaben, sei zuversichtlich und finde Beispiele aus der Vergangenheit, die deine Eignung für die kommenden Herausforderungen unterstreichen.

Kompetente Sprechweise

Achte beim Sprechen darauf, dynamische Formulierungen und eine deutliche Aussprache zu verwenden. Versuche dabei vergleichsweise tief sowie gut hörbar zu sprechen und gleichzeitig deine Tonlage variabel zu halten. Dialekt sollte vermieden werden, außer es entspricht dem Markenimage. In Meetings solltest du keine zu langen Beiträge anbringen, trage lieber häufiger etwas bei. Zur Betonung eines Punktes nutze Pausen und nimm Abstand von unsicheren Floskeln.

Kompetente Haltung

Körpersprache ist für ein kompetentes Auftreten essenziell. Hierbei kannst du versuchen, den richtigen Abstand (120 – 150 Zentimeter) zu deinem Gegenüber einzuhalten. Während des Gesprächs ist es besonders wichtig, mit dem Sprecher nicht zu viel, aber auch nicht zu wenig Blickkontakt zu halten. Falls du die Sprecherrolle übernimmst, sehe deine Mitmenschen direkt an und lächle nur an den richtigen Stellen – ein ernster Gesichtsausdruck wirkt dominanter. Jedoch ist eine rein nüchterne Berichterstattung auch nicht der richtige Weg – werte daher das Gesagte mit den passenden Emotionen auf. Wer’s genau nehmen möchte, kann zudem versuchen, sich im 30-Grad-Winkel zu den Zuhörern zu positionieren.

Auch deine Erscheinung und Popularität hat Einfluss auf die wahrgenommene Kompetenz. Tritt respektvoll gegenüber anderen auf und lege Wert auf dein Äußeres. Bediene dich durchaus auch Statussymbolen und dekorieren dein Büro beispielsweise mit einem oder zwei Zeugnissen. Wichtig: In diesem Zusammenhang musst du deine Glaubhaftigkeit bewahren. Das Vermitteln eines falschen Bildes verringert sonst die wahrgenommene Kompetenz.

Fazit

Wir können von dem Unvermögen unserer Mitmenschen Kompetenz zu erkennen profitieren – sofern wir es richtig anstellen. Dazu gehört, nicht zu bescheiden zu sein, sondern seine Qualitäten offen zu zeigen und vor allen Dingen immer Zuversicht auszustrahlen.

Entscheidend ist außerdem das Verhalten bei der Überbringung von Nachrichten. Bei guten soll möglichst viel, bei schlechten Nachrichten möglichst wenig Aufmerksamkeit erregt werden. Ebenso wichtige Werkzeuge bei der Vermittlung von Kompetenz sind Körperhaltung und Sprechweise. Stehe immer aufrecht und achte im Gespräch auf den richtigen Abstand sowie Blickkontakt. Wähle beim Sprechen eine eher tiefe Tonlage, die trotzdem noch variieren soll.

Wenn du diese Strategien richtig anwendest, kannst du eine kompetentere Ausstrahlung entwickeln, die dir in jedem Fall am Arbeitsplatz sowie bei Bewerbungsgesprächen viel weiterhelfen kann.


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