Nachhaltige Alternativen zur teuren Trinkwasserverwendung – Regenwassernutzung

Themen rund um die effiziente Versorgung von industriellen Großanlagen und anderen Objekten mit Alternativen zum teuren Trinkwasser sind in den heutigen Zeiten essentiell. Das effiziente und nachhaltige Wassermanagement der Anlagen steht hierbei im Vordergrund. Bei ARIS dreht sich alles um Wasser – die Projekte rangieren dabei von Autarker Regenwasserbewirtschaftung über effiziente Betriebswassernutzung bis hin zur Löschwasserbevorratung in einer Zisterne.

Bei ARIS dreht sich alles um Regenwassersysteme. Wer sind die Auftraggeber, für wen und wo sind die Kolleg:innen von ARIS tätig?
Florian Claus: Durch unsere objektspezifischen Lösungen bearbeiten wir nicht nur Projekte rund um Regenwasser, sondern sind auch in den Bereichen Lösch-, Betriebs- und Grauwasser tätig. Hauptsächlich sind unsere Auftraggeber vor allem Planer, als auch Bauherren oder -unternehmer. Wir arbeiten aber auch oft planungsunterstützend mit verschiedenen Ingenieurbüros zusammen. Wir bearbeiten Projekte deutschlandweit und einige im Ausland. Hierbei liegt unser Fokus auf komplexen und besonderen Anforderungen der Projekte und Gegebenheiten wie beispielsweise speziellen Vorschriften zur Wasserqualität. Der Großteil unserer Mitarbeitenden ist an unserem Standort in Wernau am Neckar in der Nähe von Stuttgart tätig. Einige arbeiten aber auch verteilt über Deutschland von zu Hause aus. Natürlich besuchen wir auch hin und wieder Kunden oder Baustellen persönlich und betreuen diese vor Ort. Unser Werkskundendienst ist selbstverständlich die meiste Zeit beim jeweiligen Projekt vor Ort und führt dort Inbetriebnahmen oder Wartungen durch.

Wie werden die Ingenieur:innen eingesetzt – werden die Mitarbeitenden eher Projekten oder Abteilungen zugeordnet?
Florian Claus: Unsere Ingenieur:innen sind im Vertriebs- und Projektteam sowie in der Steuerungstechnik tätig. Innerhalb dieser Teams arbeiten unsere Ingenieur:innen an einzelnen Projekten und bearbeiten diese entweder einzeln oder gemeinsam mit Kollegen. Man kann also daraus ableiten, dass unsere Ingenieur:innen innerhalb ihres Teams hauptsächlich projektbezogen arbeiten.

Nachhaltige Regenwassernutzung in verschiedenen Anwendungen

Wie lange dauern die Projekte durchschnittlich und welches war das mit der spannendsten Herausforderung?
Florian Claus: Eine Einschätzung für die durchschnittliche Dauer der Projekte ist schwierig. Manche Projekte dauern nur einige Wochen, andere zwei bis drei Jahre. Das kommt immer ganz darauf an, in welcher Phase des Projektes wir ins Spiel kommen und wie komplex das jeweilige Projekt ist.

Der Großteil unserer Projekte ist eher komplex. Eine der spannendsten Herausforderungen war für uns die autarke Versorgung einer SB-Waschanlage für PKWs mit einer unserer Regenwasseranlagen. Im Rahmen dieses Projektes mussten wir erst den Wasserbedarf für den Betrieb der insgesamt vier Waschboxen ermitteln. Außerdem muss das gesammelte Regenwasser von den Dachflächen vor der Nutzung gereinigt werden und in einem geeigneten Tank gespeichert werden, bevor es bedarfsgerecht, also mit dem jeweils nötigen Druck für die unterschiedlichen Waschvorgänge, an die jeweiligen Entnahmestellen abgegeben wird. Die Herausforderung war vor allem, die benötigte Menge und Qualität des verwendeten Regenwassers zu gewährleisten und dadurch die gesamte Waschanlage ausschließlich mit diesem zu betreiben. Durch unsere Anlage, bestehend aus Regenwasserfilter, -speichertank und -zentrale, konnten wir diese Herausforderung umsetzen und in der Selbstwaschanlage einen geschlossenen Wasserkreislauf sowie die autarke Versorgung der Anlage mit Regenwasser realisieren.

Beim Wort Zisterne denken viele Leser:innen vermutlich an ihren damaligen Lateinunterricht, dabei war ein Projekt in Illertissen doch recht anspruchsvoll und musste modernen Ansprüchen genügen. Können Sie es kurz vorstellen?
Florian Claus: Bei unserem Projekt in Illertissen sollten die Brandschutzanforderungen für eine neue Produktions- und Lagerhalle durch eine kombinierte Löschwasserbevorratung und Regenwassernutzung mit nachgelagerter Versickerung realisiert werden. Hierzu wurde eine insgesamt 664 m³ große Regenwasserzisterne mit 630 m³ Sprinklerwasservorrat zur Löschwasserbevorratung und 34 m³ Regenwassernutzung zum Betrieb der Toiletten geplant und umgesetzt. Mithilfe einer Sedimentationsanlage wird das gesammelte Regenwasser gereinigt, bevor es zur Lagerung in unsere Regenwasserzisterne ARIS COLLECT gelangt. Das Regenwasser wird in dieser Zisterne bis zur Verwendung im Brandfall in der Sprinkleranlage oder zur Nutzung in den Toiletten gelagert und bei Bedarf an die jeweiligen Entnahmestellen abgegeben. Wenn die Zisterne einmal zu überlaufen sollte, wird das überschüssige Regenwasser auf dem gesamten Gelände der Firma versickert, nachdem es durch den Überlauf aus der Zisterne gelangt ist. Unsere Zisterne besteht in diesem Fall aus 1.800 Speicherblöcken und zusätzlichen 14 Kontrollschächten, bestehend aus PE und PP. Die Abnahme durch die unabhängige Prüfinstitution VdS und Konformität der Löschwasserbevorratung nach DIN 14230 (2012) garantiert Dichtigkeit und Anforderungen an die Löschwasserrückhaltung. Es werden zudem nur DIBt-zugelassene Dichtungsbahnen verwendet. Sie werden ausschließlich von Fachbetrieben verarbeitet, die nach den strengen Maßstäben des AKGWS (Arbeitskreis Grundwasserschutz e. V.) arbeiten. Schon die alten Römer wussten, wie man Wasser unterirdisch am besten speichert. Unsere moderne Zisternentechnik hat aber mit dem Lateinunterricht in der Schule bis auf diese Tatsache keine Überschneidungspunkte.

 Eine Sprinkleranlage ist eine reine Vorsichtsmaßnahme für den Brandfall, der in den meisten Fällen nicht eintritt, und damit ein reiner Kostenverursacher. Eine Regenwassernutzung hingegen spart Kosten für Trinkwasser und Abwasser, wodurch sich diese langfristig amortisiert. Dadurch, dass die Sprinkleranlage in Kombination mit der Regenwassernutzung umgesetzt wurde und damit nicht extra gebaut werden musste, sind sowohl die Nachhaltigkeit als auch die Wirtschaftlichkeit der Anlage verbessert.

Langlebigkeit und Kreislaufwirtschaft mit PE und PP

Apropos Nachhaltigkeit: Bezieht sich das auch auf verwendete Materialien?
Florian Claus: Wie vorher kurz beschrieben verwenden wir ausnahmslos PE (Polyethylen) und PP (Polypropylen) Kunststoffe für unsere Produkte. Der Grund dafür sind zum Einen die Eigenschaften von PE: Neben der Witterungs-, Strahlen- und Korrosionsbeständigkeit sowie gegenüber zahlreichen Chemikalien, Rissbeständigkeit, welche auch bei der Erdverlegung erhalten bleibt, das geringe Gewicht, deren einfache Verarbeitungstechnik und die hohe Lebensdauer. Zudem erweist sich PE als physiologisch unbedenklich, was für uns vor allem im Hinblick auf die Wasserqualität wichtig ist. Zum Anderen erweist sich die Verwendung von PE und PP als nachhaltig, da Kunststoff gegenüber anderen Baustoffen wie Beton grundsätzlich recyclebar ist, somit Kreislaufwirtschaft ermöglicht wird und eine bessere Ökobilanz aufweist als herkömmliche Baustoffe. Die Bauzeit, Kosten und baulicher Aufwand von Kunststoffen sind im Vergleich zu Beton außerdem geringer. Ein wichtiger Bestandteil der Nachhaltigkeit ist auch die Langlebigkeit: ein Kunststoffbehälter bleibt länger dicht als Beton. Daher verwenden wir für unsere Anlagen ausschließlich Kunststoffe, die sowohl ökonomische als auch ökologische Vorteile bieten. Alle unsere Anlagen sind langlebig konzipiert und wartungsarm – alles Faktoren für Nachhaltigkeit.

Digitalisierung im Bau

In der Baubranche rechnen Hochschulabsolvent:innen laut Trendence nicht wirklich mit digitalisierten Prozessen. Wie steht es um die Digitalisierung bei ARIS?
Florian Claus: Wir planen und konstruieren Anlagen und die zugehörige Steuerungstechnik für ganzheitliches und effizientes Wassermanagement. Daher verorten wir uns eher im Maschinenbau als in der Baubranche selbst. Wir führen während unseres Arbeitsalltages nahezu alle Prozesse und Arbeitsschritte digital durch. Grundsätzlich geht es bei ARIS eher noch darum, die bereits vorhandenen digitalen Prozesse zu optimieren und die wenigen analogen Abläufe noch zu integrieren. Die Grundlagen sind aber bereits geschaffen, Hochschulabsolventen*innen müssen also bei uns keine Angst vor analogen oder veralteten Prozessen haben.

Was macht ARIS aus Ihrer Sicht als Arbeitgeber aus?
Florian Claus: Bei ARIS gibt es keine Hierarchien. Dadurch kann sich jede und jeder Einzelne wirklich einbringen und einen Unterschied machen. Es bedeutet auch, dass die Führungsrolle nicht wegfällt, sondern sich auf das ganze Team verteilt. Wir brauchen also alle ein bisschen Führungskompetenz, müssen das große Ganze im Blick behalten und Verantwortung dafür übernehmen, dass nichts hinten runterfällt und der Laden läuft.


Mehr zu Aris als Arbeitgeber gibt es hier – Interessenten können sich auch unter bewerbung(at)aris-systeme.de melden. 


Weitere Berichte und Interviews zu Nachhaltigkeitsprojekten gibt es hier. 

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