Jetzt die zukünftige Gesundheits-IT mitprägen

IT-gestützte Prozesse gibt es in allen Bereichen der Wirtschaft und des gesellschaftlichen Lebens, doch selten gibt es noch so umfassenden Transformationsbedarf wie in der Gesundheitsbranche. Hier haben Informatiker:innen die Möglichkeit, die Zukunft entscheidend mitzuprägen. Eine Vision der modernen Gesundheits-IT beschreiben Bernd Christoph Meisheit und Sascha Simon von der Sana IT Services GmbH.

Endlich – auch mit Covid-19 als Digitalisierungstreiber – kommt verstärkt Bewegung in die Digitalisierung der Medizin: Die Telematikinfrastruktur nimmt an Fahrt auf, die elektronische Patientenakte ist in Sichtweite und seit Anfang 2020 können thera­peutische Apps von den Krankenkassen erstattet werden. Gerade letzteres ist ein wichtiger Schritt in der digitalen Medizinversorgung. Das nächste große Ding? Think big: Das virtuelle Krankenhaus.

Die Vision der Sana Kliniken AG, zu der die Sana IT Services GmbH gehört, ist ein ganzheitlicher Versorgungsansatz, der die Möglichkeiten von Sensorik, Smarthome-Technologien und Telemedizin mit der allgemeinen Digitalisierung kombiniert. Neben der Gesunderhaltung der Menschen geht es auch um den Krankenhausaufenthalt, der sich nicht immer vermeiden lässt. Gerade dieser wird sich aufgrund der gelebten Digitalisierung verändern, wie diese Vision beispielhaft illustriert: Die Auswahl des richtigen Krankenhauses ist trotz transparenter Patien­ten­bewertungen nach wie vor keine einfache Aufgabe für einen Mensch, der zum Beispiel die Implantation einer Hüftendoprothese benötigt. Seine Fachärztin hat ihm für den Eingriff ein Krankenhaus empfohlen, doch der Patient recherchiert auf eigene Faust über das Smartphone.

Mit nur einem Fingertipp gelangt er über eine Meta-Recherche-Plattform auf das Portal eines anderen Krankenhauses, wo er Informationen und Inhalte vorfindet, die ihn überzeugen. Doch hier beginnt erst der eigentliche Prozess: Die medizinischen Daten von der Anamnese über den Medikationsplan bis hin zum Einweisungsschein wurden dem Patienten vom Orthopäden und Radiologen bereits in die persönliche elektronische Patientenakte (ePA) seines Kostenträgers übertragen. Also kann er online, über das Krankenhausportal, einen ambulanten Abklärungstermin abmachen und schon jetzt Unterlagen für den potenziell operierenden Chirurgen freigeben. Im Anschluss wird die (Kranken-)hauseigene App auf dem mobilen Endgerät installiert, die bei der Vorbereitung auf den selektiven Eingriff unterstützt sowie den Aufenthalt und die Anschlussbehandlung begleitet.

Zu diese Begleitung gehört unter anderem folgendes Szenario: In der Sprechstunde ist der Chirurg mit dem Krankheitsbild des Patienten betraut. In der ePA hat er bereits die Vorbefunde gesichtet, Vorerkrankungen zur Kenntnis genommen und kann das Gespräch mit dem Patienten auf das weitere Vorgehen fokussieren. Das ebenfalls vorhandene Anamnesedokument und den aktuellen Medikationsplan übernimmt der Chirurg aus der ePA in das Krankenhausinformationssystem (KIS) und ergänzt beides um weitere Angaben per kontextsensitivem Sprachbefehl. Selbst eine noch fehlende Untersuchung hat der behandelnde Arzt bereits bei einer Leistungsstelle des Krankenhauses für eine sofortige Durchführung angefordert. Es geht zukünftig also darum, real entstehende Prozesse digital miteinander zu verknüpfen. Eine Aufgabe, die viele Beteiligte und unterscheidliche technologische Umfelder gleichzeitig berücksichtigen muss.

Die App der Klinik leitet den Patienten beispielsweise mittels eines Gebäudeplans zu seiner Untersuchung und informiert ihn über die voraussichtliche Wartezeit. Gleichzeitig mit dem Untersuchungsbefund im KIS, der auch an die ePA übertragen wurde, trifft der Patient wieder beim Chirurgen in der Ambulanz ein. Es wird ein passender OP-Termingefunden und das KIS plant automatisch die stationären Aufnahme- und Entlassungstermine. Die vom Patienten über die App eingetragenen Wahlleistungen werden dabei berücksichtigt. Mit der OP-Anmeldung entstehen eben­so automatisch die Bestellvorschläge für das benötigte Material. Zusätzlich werden die Anforderungen aller weiteren prästationären und postoperativen Leistungen für den Patienten generiert. Das Entlassmanagement etwa startet die erste Anfrage bei Reha-Einrichtungen, da eine Anschlussheilbehandlung bei der Hüftendoprothetik zum Standard gehört und die reibungslose Übergabe des Patienten am Entlassdatum erfolgen soll.

Der prästationäre Tag ist für den Patienten durchgängig vorgeplant: Chirurg und Anästhesist beantworten ihm die Fragen zu den Aufklärungsdokumenten; die Mitarbeiter des Entlassmanagements besprechen die Nachbehandlung. Über die Krankenhaus-App kann er zuvor umfangreiche Informationen zu den infrage kommenden Reha-Kliniken einsehen. Außerdem hat ihn die App im Vorfeld laufend und umfangreich über seinen Krankenhausaufenthalt, die einzelnen Behandlungsschritte, sein behandelndes Team sowie die Einrichtung informiert, sodass er bestmöglich vorbereitet ist. Am Tag der stationären Aufnahme geht alles zügig: Der Patient setzt auf einem Signatur-Pad seine Unterschrift unter die vorbereiteten administrativen Dokumente. Der aufnehmende Arzt übernimmt die aktuellen Daten des Medikationsplans in die ärztlichen Anordnungen. Über den in der App aufgezeigten Behandlungsplan erfährt der Patient, welche Medikamente er zu welchen Zeitpunkten einnehmen soll und wann welche Maßnahmen umgesetzt werden. Dafür ist eine optionale Erinnerungsfunktion implementiert.

Am OP-Tag stehen die Plandaten zu Personaleinsatz, Material und Medizingeräten sowie die Röntgenbilder mit der Endoprothesenplanung im Saal bereit. Alle postoperativen Anordnungen, die im OP oder im Aufwachraum für den Patienten erfasst werden, sind vom Pflegedienst auf der Intensivstation und auf der Pflegestation noch vor der Übernahme des Patienten einsehbar.

Das Ziel der Sana Kliniken AG ist es, das skizzierte Szenario zu verwirklichen, um gerade die Unsicherheit von Patienten rund um ihren Krankenhausaufenthalt zu minimieren, die Patientensicherheit zu erhöhen und die Zusammenarbeit zwischen den zahlreichen Schnitt­- stellen so zu gestalten, dass diese für den Patienten unsichtbar sind. Daher umfasst das Leistungsangebot der Sana IT Services GmbH die Weiterentwicklung und Optimierung der IT-Landschaft der Sana Kliniken – strategisch, wirtschaftlich und nachhaltig. Wer als angehender Hochschulabsol­vent:in an diesem zukunftsträchtigen Thema mitarbeiten möchte, findet weitere Informationen unter sana.de/unternehmen und im Karrierebereich der Sana IT.


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