GEO und BWL? Na klar!

Ein persönlicher Tipp, das MBA-Studium und ein Praktikum machten aus dem Geowissenschaftler Christian Janz einen Berater aus Leidenschaft – bei einem Arbeitgeber, der in erster Instanz als Stahlproduzent bekannt ist: thyssenkrupp. Im Inhouse Consulting des Konzerns, thyssenkrupp Management Consulting, trägt seine Arbeit konkret zum Erfolg einzelner Abteilungen bei – und die Kollegen? Zucker.

Herr Janz, mit Blick auf Ihren Lebenslauf haben Sie sich zunächst auf Geowissenschaften konzentriert, Sie sind also ein „waschechter NaWi“. Nun sind Sie aber in der Consultingbranche gelandet.
Das ist richtig, ursprünglich komme ich aus dem naturwissenschaftlichen Bereich und war somit bei meinem Einstieg in die Beratungsbranche ein klassischer „Exot“. Nach meinem ersten Masterabschluss an der RWTH Aachen ha­be ich zunächst einige Jahre in einem kleinen Ingenieurbüro in der Nähe von Tübingen gearbeitet. Nach zwei Jahren in einer rein fachlichen Rolle, bei der ich zwar eigene Projekte und ein kleines Team verantwortete, hatte ich den Wunsch, mich persönlich und fachlich weiterzuentwickeln. Insbesondere wollte ich mich im betriebswirtschaftlichen Fachbereich fortbilden, denn schon während meines Studiums haben die wirtschaftlichen Vertiefungen einen besonderen Reiz auf mich ausgeübt.


Der Berufseinstieg bei TKMC
„Erste Kenntnisse im betriebswirtschaftlichen Bereich sind auf jeden Fall von Vorteil, da diese beim Großteil der Projektarbeit gefragt sind und angewandt werden. Im Grunde kommt es aber auf das Gesamtpaket an, also die passende Mischung aus Studienhintergrund, Noten, Praktika oder sonstige erste Erfahrungen oder auch, ob analytische Fähigkeiten und Be­rührungspunkte zur Industrie vorliegen. Überzeugt uns die Be­werbung, laden wir den Kandidaten zu einem unserer Recruiting-Tage ein. Generell ist bei uns der Einstieg auf jeder Karrierestufe möglich: Ganz gleich ob nach dem Bachelorabschluss als Junior Consultant oder aber mit mindestens sechs Jahren Beratungserfahrung auf der Ebene des Principals. Alle 2 Jahre wird man – je nach Leistung – auf die nächste Karrierestufe befördert.” Elisabeth Remm, Expert Talent Acquisition 


Nach intensiver Recherche und der Abwägung verschiedener Optionen fiel meine Wahl schließlich auf ein MBA-Studium. Ungefähr zur selben Zeit machte mich ein Freund, der selbst Unternehmensberater ist, auf die Consultingbranche aufmerksam. Ich beschloss, mir vor dem MBA den Arbeitsalltag dort genauer anzuschauen und absolvierte ein fünfmonatiges Praktikum bei einer deutschen Beratung. Dies bedeutete aber auch, meine Festanstellung zu kündigen und wieder als Praktikant zu beginnen. Eine Entscheidung, die ich bis jetzt nicht bereue!

Während des Praktikums merkte ich sehr schnell, dass ich auch nach meinem MBA-Studium weiterhin bei einer Unternehmensberatung arbeiten möchte. Am Ende des MBAs habe ich dann an vielen Studierenden­events und Auswahltagen von Unternehmensberatungen teilgenommen, damit ich einen genauen Eindruck verschiedener Häuser bekommen und sie vergleichen konnte. Zwei Faktoren, die mir bei der Auswahl meines neuen Arbeitgebers wichtig waren, sind die Unternehmenskultur und der Teamspirit. Besonders im Consulting, wo es immer wieder lange Arbeitstage geben kann, ist es wichtig, dass man sich mit dem Arbeitsumfeld identifizieren kann, mit Kollegen gut versteht und wohl fühlt. Bei thyssenkrupp Management Consulting hatte ich diesbezüglich vom ersten Gespräch an sofort ein echt gutes Gefühl, das sich nach meinem Einstieg auch bestätigt hat.

Berufseinstieg bei TKMC

Berufseinstieg bei TKMC, AKA NaWi meets BWL: Auf den Master in Geowissenschaften setzte Christian Janz einen MBA drauf und wechselte in die Beratungsbranche.

Eines Ihrer aktuellen Projekte dreht sich um EBIT, also Earnings Before Interest and Taxes – sehr betriebswirtschaftlich und damit weit von Geowissenschaften entfernt. Können Sie uns das Projekt kurz skizzieren?
Bei dem Projekt geht es darum, einen bestimmten Geschäftsbereich von thyssenkrupp dabei zu unterstützen, kurz- und mittelfristig wieder in die Gewinnzone zu kommen, also den so­ge­- nannten Turnaround zu schaffen. Hierfür wurden verschiedene Maßnahmen entwickelt, mit welchen dies erreicht werden soll.

Wie stehen die Chancen, dass Sie bei einem vielseitig aufgestellten Konzern wie thyssenkrupp zukünftig eher naturwissenschaftlich geprägte Projekte übertragen bekommen?
Grundsätzlich sind die rein naturwissenschaftlichen oder technischen Projekte eher selten – im Fokus stehen klar die betriebswirtschaftlichen Aspekte. Dennoch ist es bei vielen Projekten hilfreich und auch vom Kunden gerne gesehen, wenn man das naturwissenschaftliche Wissen mitbringt um beispielsweise Produktionsprozesse besser zu verstehen. Dies wird besonders deutlich mit Blick auf die aktuelle Umstellung der Stahlproduktion vom Energieträger Kohle zu Wasserstoff.

Betreffen alle Projekte die Inhouse-Prozesse von thyssenkrupp selbst oder beraten Sie auch extern?
Unsere Beratungen bieten wir nur innerhalb des Konzerns an.


Technologie-Projekte bei thyssenkrupp Management Consulting

  • Das Projekt „Carbon2Chem“ zielt darauf ab, dass die Hüttengase eines Stahlwerks langfristig gesehen als Rohstoffe für Chemiewerke verwendet werden können.
  • Die Business Area Material Services nutzt die KI „alfred“, wo alle Unternehmensdaten auf einer Plattform zusammengeführt werden, um die gesamte Lieferkette zu optimieren, Wege einzusparen und flexibler zu gestalten.
  • Das Rennrad „steelworks“, dessen Rahmen aus Stahl ist und alle Vorteile davon in seiner Konstruktion vereint, wie Robustheit und Elastizität, dabei für ein Stahlrad sehr leicht ist und die Kraft des Fahrers effizient auf die Straße bringt.

Was motiviert Sie an Ihrer Arbeit besonders?
Im Projektalltag wechseln die täglichen Herausforderungen immer wieder, was an sich schon keine Langeweile aufkommen lässt. Es ist sehr spannend, immer wieder neue Themenfelder kennenzulernen und sich in diese einzuarbeiten, insbesondere bei neuen Projekten. Dazu kommt, dass die im Team erarbeiteten Konzepte und Ideen zur zukünftigen Aufstellung und Performance von thyssenkrupp aktiv beitragen, ich arbeite also nicht für die Schublade. Doch das Beste kommt zum Schluss (lacht): Ganz besonders motivieren mich die Kollegen. Trotz häufig stressiger Projektphasen und langer Arbeitstage können wir uns wirklich aufeinander verlassen, unterstützen uns und vergessen dabei nicht den Humor bei der Arbeit.

Sind Sie besonders häufig unterwegs und wie sieht es mit der im Consulting vielzitierten Reisetätigkeit bei TKMC aus?
Die Reisetätigkeit bei uns hängt sehr stark vom Projekt ab. Meine bisherigen Aufgaben waren hauptsächlich im Headquarter in Essen und an anderen Standorten im Ruhrgebiet angesiedelt. Da thyssenkrupp aber ein weltweit aufgestellter Konzern ist, können die Projekte auch an anderen Standorten vertreten sein, wie zum Beispiel Indien, Australien oder Mexiko. Grundsätzlich fällt die Reisetätigkeit im Vergleich zu einer externen Unternehmensberatung deutlich geringer aus und ist zudem durch die aktuelle COVID-19-Pandemie sehr eingeschränkt.


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